Bremer Stadtmusikanten

Gellert (Christian Fürchtegott Gellert)

23 Lieder von Gellert (Christian Fürchtegott Gellert)

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Ein Mann der sich auf vielerlei verstund (Hans Nord)

Ein Mann, der sich auf vielerlei verstund, That durch den Druck in London kund, Daß er ein seltnes Kunststück wüßte, Und lud auf sein erbaut Gerüste Den künft’gen Tag die Bürger ein; Ließ einen engen Krug und sich in Kupfer stechen. »In diesen Krug, war sein Versprechen, Kriech‘ ich, Hans Nord, mit Kopf und Bein Um zehn Uhr durch den ...

Gedichte | Liederzeit: | 1754


Ein Zeisig wars und eine Nachtigall

Ein Zeisig wars und eine Nachtigall, Die einst zu gleicher Zeit vor Damons Fenster hingen. Die Nachtigall fing an, ihr göttlich Lied zu singen, Und Damons kleinem Sohn gefiel der süße Schall. »Ach welcher singt von beiden doch so schön? Den Vogel möcht ich wirklich sehn!« Der Vater macht ihm diese Freude, Er nimmt die Vögel gleich herein. »Hier«, spricht ...

Gedichte | Liederzeit: | | 1746


Ismene hatte noch bei vielen andern Gaben (Die Widersprecherin)

Ismene hatte noch, bei vielen andern Gaben Auch diese, daß sie widersprach. Man sagt es überhaupt den guten Weibern nach, Daß alle diese Tugend haben; Doch wenns auch tausendmal der ganze Weltkreis spricht: So halt ichs doch für ein Gedicht, Und sag es öffentlich, ich glaub es ewig nicht. Ich bin ja auch mit mancher Frau bekannt, Ich hab es ...

Gedichte | | 1746


Ja ja Prozesse müssen sein (Der Prozeß)

Ja, ja, Prozesse müssen sein! Gesetzt, sie wären nicht auf Erden, Wie könnt alsdann das Mein und Dein Bestimmet und entschieden werden? Das Streiten lehrt uns die Natur. Drum, Bruder, recht‘ und streite nur. Du siehst, man will dich übertäuben; Doch gib nicht nach, setz alles auf, Und laß dem Handel seinen Lauf; Denn Recht muß doch Recht bleiben »Was sprecht Ihr, ...

Gedichte | | 1746


Jesus lebt mit ihm auch ich

Jesus lebt, mit ihm auch ich Tod, wo sind nun deine Schrecken? Jesus lebt und wird auch mich Von den Toten auferwecken Er verklärt mich in sein Licht: Dies ist meine Zuversicht Jesus lebt! Ihm ist das Reich Über alle Welt gegeben Mit ihm werd‘ ich auch zugleich Ewig herrschen, ewig leben Gott erfüllt, was er verspricht: Dies ist meine ...

Geistliche Lieder | | 2012


Meine Lebenszeit verstreicht

Meine Lebenszeit verstreicht stündlich eil ich zu dem Grabe Und was ist´s, das ich vielleicht das ich noch zu leben habe Denk, o Mensch! an deinen Tod säume nicht; denn eins ist not Lebe, wie du, wenn du stirbst wünschen wirst, gelebt zu haben Güter, die du hier erwirbst Würden, die dir Menschen gaben Nichts wird dich im Tod erfreu´n ...

Geistliche Lieder | Grabgesänge | Liederzeit: | 1757


Nach einer Prüfung kurzer Tage

Nach einer Prüfung kurzer Tageerwartet uns die EwigkeitDort, dort verwandelt sich die Klagein göttliche ZufriedenheitHier übt die Tugend ihren FleißUnd jene Welt reicht ihr den Preis Wahr ist´s, der Fromme schmeckt auf ErdenSchon manchen sel´gen Augenblick;Doch alle Freuden, die ihm werden,Sind ihm ein unvollkommnes Glück.Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh´Nimmt in der Seele ab und zu Bald stören ihn ...

Geistliche Lieder | Grabgesänge | | 2009


Phylax der so manche Nacht

Phylax, der so manche Nacht Haus und Hof getreu bewacht, Und oft ganzen Diebesbanden Durch sein Bellen widerstanden; Phylax, dem Lips Tullian, Der doch gut zu stehlen wußte, Selber zweimal weichen mußte; Diesen fiel ein Fieber an Alle Nachbarn gaben Rat. Krummholzöl und Mithridat Mußte sich der Hund bequemen, Wider Willen einzunehmen. Selbst des Nachbar Gastwirts Müh, Der vordem in ...

Gedichte | | 1746


Um das Rhinozeros zu sehn (Der arme Greis)

Um das Rhinozeros zu sehn (Erzählte mir mein Freund), beschloß ich auszugehn. Ich ging vors Tor mit meinem halben Gulden Und vor mir ging ein reicher, reicher Mann Der, seiner Miene nach, die eingelaufnen Schulden Nebst dem, was er damit die Messe durch gewann Und was er, wenns ihm glücken sollte Durch den Gewinst nun noch gewinnen wollte In schweren ...

Gedichte | | 1748


Von einem Greise will ich singen (Der Greis)

Von einem Greise will ich singen, Der neunzig Jahr die Welt gesehn. Und wird mir itzt kein Lied gelingen: So wird es ewig nicht geschehn Von einem Greise will ich dichten, Und melden, was durch ihn geschah, Und singen, was ich in Geschichten, Von ihm, von diesem Greise, sah. Singt, Dichter, mit entbranntem Triebe, Singt euch berühmt an Lieb und ...

Gedichte | Liederzeit: | 1746




Nach Gellerts Tod erscheinen seine „Moralische Vorlesungen“, die  mit annähernd 100.000 gedruckten Exemplaren eine unerhörte, durch ganz Deutschland reichende Verbreitung erfahren. Das von seinem Verleger Johann Wendler errichtete Gellert-Denkmal ist 1774 das erste einem Dichter gewidmete öffentliche Denkmal Deutschlands.