Ich weiß mir drei Blümlein in einem Garten

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Ich weiß mir drei Blümlein in einem Garten
die hab ich mir erstlich auserkoren
Sie seind lieblich und schon
viel Tugend an sich hon
Es ist nun Gottes Gab allein
bei diesen schönen Blümelein
sie müssen gebro.chen sein

Ob diese Blümlein sind unbekannt
Und mans nicht findt in allen Land
So Hab ich diese Art gefunden auf der Fahrt
So weiß ich diesen Ort und kein
Denn Gott und ich und sonst noch Ein‘
Das soll die Liebste fein.

Herzlieb und Treu die Blümlein sind genannt
Ich Hab mein Sach dahin gewandt
Zu brechen die Blümlein, die in dem Garten sein
Sie hatt‘ mein junges Herz erfreut
Darum ist es recht Brechens Zeit
Dazu bin ich bereit

Ach herzig Herz, du edles Kraut (Krut)
Nimm mir mein Schmerz und mach mir Mut
Daß ich dich ruhmen mag! Nimm auf dich meine Sach!
Wenn du in meinem Gärtelein
Allzeit willst treu und bei mir sein.
So setze dich darein

Nun muß das dritte Blümelein
Der andern treuer Beistand sein
Auf daß es nicht geschwind Frau Venus überwind
Denn Venus scheußt mit ihrem Pfeil
So gar geschwind in schneller Eil
Der Schützen find man viel

Darum, Herzallerliebste mei
Mit mir geh in ein Gärtelein
Daß diese zwei Blümlein noch beieinander sein
Je länger je lieber auch dabei
Das sind die Blümlein alle drei
Sie müssen gebrochen sein

Nun will ich diese Blümelein
Geben der Allerliebsten mein
Auf daß sie werd’n bekannt und in ihr Herz gepflanzt
Daß sie ihr bringen Freud und Lust
Das wär meins jungen Herzen Trost
Und wär der Sorge los.

Nun muß ich diese Blümelein
Verschließen ins junge Herze mein
Den Schüssel soll man fein geschwind werf’n in den Rhein
Dies Hab ich in kurzem Bedacht
Eim Fräulein zu Ehren gemacht
Ade zu guter Nacht!

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1660 „Drei Blümelein“)

Liederthema:
Liederzeit: (1603)


"Ich weiß mir drei Blümlein in einem Garten" in diesen Liederbüchern

Melodie im Niederdeutschen Jahrbuch XIII, Musikbeilage 8, durch Dr. J. Bolte. Text 8 Str. bei Fabricius a. a. O. — Auch im Niederdeutschen Liederbuch, Hamburg 1883, Nr. 130, daher 2.-8. Str. Das Lied war ursprünglich niederdeutsch, wie der Reim bezeugt. Vermutlich dasselbe Lied in hochdeutscher Fassung auf einem fliegenden Blatt, Basel 1605: „So weiß ich mir drei Blümelein“ (Weller, Ann. I. S. 260, Nr. 384). Im Coburger Gesangbuch 1621, S. 27 als Ton erwähnt, Fabricius gibt die Melodie zweimal: Nr. 156 in Mensuralnoten, auf Bl, 78b in Lautenschrift unter den Tänzen. —