Ich hab mir einen Garten gepflanzet

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Ich hab mir einen Garten gepflanzet

Ich hab mir einen Garten gepflanzet
von Rosen und gelbem Klee
drin steht ein Kräutchen Vergißmeinnicht
ich hab dich lieb, du weißt es nicht
Ei, Herzliebchen, gedenk an mich

Das Unkraut ist mir gewachsen
den ganzen Garten voll
es ist mir geraten im Mondenschein
da ich und mein Herzliebchen bei ´nander sein
Ei, Herzliebchen, gedenk an mich

Du hast gesagt, du wollst mich nehmen
sobald der Sommer käm
der Sommer ist kommen in das Land
du hast mich nicht genommen bei der Hand
Ei, Herzliebchen, gedenk an mich

Ach, Mädchen, willst du warten
so warte noch ein Jahr
wenn ich kein´ andre kriegen kann
wenn ich kein´ andre trauen darf
ei, so trau ich dich fürwahr

Text und Musik: Verfasser unbekannt , aufgezeichnet in Kessenich bei Bonn 1819
Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 552b)
u.a. in: Deutsches Lautenlied (1914)

Liederthema:
Liederzeit: (1819)
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Anmerkungen zu "Ich hab mir einen Garten gepflanzet"

Text von Hoffmann von Fallersleben als Bonner Student 1819 aufgeschrieben zu Kessenich; die Melodie notiert vom Pfarrer Lohe daselbst. Altertümlich klingt die Melodie (äolischer Modus); auch die Sprache im Text, besonders in Strophe 4 die doppelte Negation durch „en“ ist alt.

"Ich hab mir einen Garten gepflanzet" in diesen Liederbüchern

In einem geschriebenen Liederheft zu Metzeral im Elsaß (1854) fand Böhme den Anfang so:

Du sagst, du wollst mich nehmen
Sobald der Sommer ankommt
Der Sommer ist gekommen
Du hast mich nicht genommen
Aber gelt‘, du nimmst mich doch?

„Ich tät dich gerne nehmen
Wenn du nur reicher wärst
Du bist mir viel zu arme
Du bist mir viel zu arme
Zu meinem großen Gut.“

Bin ich dir viel zu arme
Zu deinem großen Gut
So will ich in ein Kloster gehn
So will ich in ein Kloster gehn
will werden ein frommes Kind

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