Es klopfte so grauselig an der Tür (Zwanzig Mörder)

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Es klopfte so grauselig an der Tür
„Ach Weib, geschwind, öffne die Tür
vielleicht ist es ein armer Mann
der sonst kein Obdach finden kann“

Das Weib das ging und eilt sogleich
bekommt auf der Tür schon viel Streich auf Streich
sie morden Herrn und Knecht und Magd
und rauben bis den hellen Tag

Ein einziges Kind ergreift die Flucht
im Hundsstall es Errettung sucht
am Morgen wie der Tag anbrach
das Kind ins Ort zum Richter läuft

Es war heut Nacht ein Angstgeschrei
der Schmidt aus dem Dorf war auch dabei
der Richter nahm Soldaten mit
und geht ins Dorf wohl zu dem Schmidt

Er ist nicht hier, er ist verreist
wie es im ganzen Haus schon heißt
Zuletzt stand unter dem Tor ein Kind
so frei und froh wie Kinder sind

„Sag mein Kind, was tust du da?
Sag uns gleich, wo ist dein Papa?“
„Im Keller“ sagte schnell das Kind
„bei ihm noch viele Männer sind“

Und höret ihr, wie´s Silber rollt
dort zählen sie Geld und wiegen das Gold

Und jetzt ändert sich alles gleich
die Mörder die sind ja nit lang mehr reich
man nahm gefangen groß und klein
und führet sie in die Stadt hinein

Man führet sie wohl vor´s Gericht
die Tat war unerhöret
als man das Todesurteil spricht
blieben sie unbekehret

Text und Musik: anonym
in Verklingende Weisen – Volkslieder aus Lothringen , Band III , 1933

Liederthema: ,
Liederzeit: (1933)

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