Auf dem Scheiterhaufen

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Auf dem Scheiterhaufen

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Auf dem Scheiterhaufen klaget
bitterlich die Königin
ach kein Retter, der zu kämpfen
für die Unschuld, da erschien
Hätt ich einen Sohn erzogen
doch entrissen war er mir
Werd verdorben von den Feinden
die mich jetzt umringen hier

Mein Gemahl du kannst es glauben
Was man mir zu Schulden legt
Du kannst mich zum Tod verdammen
Weil man mich so bitter schmäht
Nein der Himmel muss mich retten
Wie die Welt mich auch verdammt
Muss mit seinen Fluten löschen
Wenn der Scheiterhaufen flammt

Henker zünde deine Brände
Sterben laß das junge Weib
Denn kein Ritter will da nahen
Dran zu setzen seinen Leib
Henker laß die Brände ruhen
Zieh Verleumder jetzt dein Schwert
Wie du jene Frau betrogen
Hat der Himmel mich gelehrt

Ob der Knabe auch noch schwächlich
Ob der falsche Ritter stark
Schau, sein Degen hat getroffen
Der ihn schon zur Erde warf
Nun bekenne Dein Verbrechen
Und erwecke Reu und Leid
Nicht mit den verstockten Herzen
Also von der Erde ich scheid

Da ward ihre Unschuld offen
Und entdeckt der Spott und Hohn
Zu erkennen gab der Mutter
Sich der eingeborne Sohn
Alles Volk prieš da den Höchsten
Reuig naht der Ehgemahl
Und Hirland hat Freud und Ehre
Statt der grimmen Todesqual

Text: Gedicht von Zuccalmaglio Text aus Wiesdorf 1830
Musik: Melodie von Musikdirektor Buhlmann in Krefeld

Notiz von Zuccalmaglio. Die Melodie hier aus Dr Arnold’s Nachlaß hat eine doppelte Erweiterung erfahren, die alte Kretzschmer II 114 bildet hier die zweite Hälfte, vorn ist ein Satz mit Wiederholungszeichen hinzugekommen, um zwei Strophen zusammenzuziehen. Zur Hirlandsage vergl Simrock Mythol. 293 Sie ist der Genovefa Sage verwandt
in Volkstümliche Lieder der Deutschen (1895)

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