Räuber und Gensdarmen

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Dieses Knabenspiel eignet sich nur für ein abgegrenztes Waldgebiet, wo allerlei Schlupfwinkel, kleine Hohlwege und Täler sich darbieten. Ein Teil der Spieler wird zu Gensdarmen bestimmt und bekommt als Abzeichen ein auf die Mütze gestecktes Baumreis oder ein um den Arm gewundenes Tuch, die anderen sind Räuber und müssen sich verstecken; die Gensdarmen haben sie in ihrem Versteck aufzusuchen und einzufangen.

Wer gefangen ist, wird nach dem Gefängnis – einem bestimmten Rasenplatze im Walde – geführt. Es steht ihnen frei, unterwegs zu entwischen, wenn sie es ermöglichen können. Wer zuletzt gefangen wird, ist Räuberhauptmann. Sind alle Räuber gefangen, so hat eigentlich das Spiel ein Ende.

In manchen Gegenden (z.B. in Sachsen ) gibt´s noch eine Hinrichtungsszene: IM Gefängnis werden die Räuber verurteilt und hingerichtet, entweder erschossen, wobei sie mit verbundenen Augen niederknien und beim „Puff“ der Gensdarmen umfallen – oder sie werden enthauptet, indem ihnen die Mütze oder ein aufgelegter Stein vom Kopfe geschlagen wird. Als Gensdsarmen zum neuen Spiel stehen sie wieder auf. Ihr Kameraden müssen deshalb ihre Schlupfwinkel wechseln, weil sie annehmen müssen, daß die neuen Gensdarmen dieselben kennen.

bei Wagner: Illustriertes Spielbuch für Knaben (1896, Nr. 42) —  Ambros (1874, Nr. 62) —  Jakob Deutschlands spielende Jugend (1865, Nr. 157)  — und nach eigener Anschauung Böhmes in  Deutsches Kinderlied und Kinderspiel (1897)

Dieses Kinderspiel in: (1865)
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