Wo soll ich mich hinkehren (Einsiedler)

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Wo soll ich mich hinkehren.
Ich armes Waldbrüderlein?
Untreu tut sich jetzt mehren.
Das kränkt das Herze mein.

Versteckt ist mir mein Klaus,
Mein Trost Hab ich verloren
Der Staub schlägt mir zu Ohren
Ich Armer, wo soll ich aus?

So steh ich hie alleine
Gedanken tun mir weh
Mein Freud ist worden kleine
Auf mich und niemands meh
Doch bleib ich Waldbruder fest
Die Welt ist untreu worden
Vatleit (?) ist mein Orden
Darin ich zu Fasten pflag

Hab Urlaub, falsche Welte!
Zum Wald ich mich hinkehr
Auf schlag ich mein Gezelte
Kraut, Wurzel mich ernähr
Bis daß ich Trost erwerb
von einem Mägdlein reine
Gott weiß wohl wen ich meine
Wollt sie, so war ich erlöst

Auch Seufzen und Kummer
Will mein Gesellschaft sein
Das Lied will ich ihr schenken
Der Allerliebsten mein
Damit sie sich ihrs Leids ergetz
Der Zeit muß ich erbeiten
Von hinnen muß ich reiten.
Mein Herz schenk ich ihr zur Letz.

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Nachbildung des Schlemmerliedes gleichen Anfangs
in Deutscher Liederhort (1894, Nr. 1780 „Waldbruder (Einsiedler)“)
Heidelberger Handschrift 343, Blatt 137

4, 6 erbeiten erwarten
4, 8 zur Letz zum Tröste beim Abschied

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema: , ,
Liederzeit: (1570)