Wir wollen ihn nicht haben (Gegen Preußen)

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Wir wollen ihn nicht haben
Den räuberischen Aar
Umschwärmt von schwarzen Raben
Serviler Lügenschaar

Wir wollen ihm die Krallen
Beschneiden stark genug
Daß wieder frei sei allen
Des deutschen Geistes Flug

Ist Preußen denn geschaffen
Daß Deutschland drin aufgeh?
Jagt doch die Preußschen Laffen
Zurück in ihre Spree –

Deutschthümelei im Munde
Im Herzen Preußenthum
Gewalt und List im Bunde –
Das ist eur ganzer Ruhm

Sprecht nicht von Deutschlands Ehre
Ihr fördert Deutschlands Schmach
Daß sich eur Raubstaat mehre
Dem trachtet ihr nur nach

Sprecht nicht von deutscher Treue
Von deutschem Glauben mehr
Es fehlt dem Wort die Weihe
Und sein Begriff ist leer

Nicht Liebe, nicht Vertrauen
Nein, Eisen nur und Blut
Soll Deutschland jetzt erbauen
In frevlem Übermuth

Doch nimmermehr gelinget
Euch euer Truggedicht
Mit Blut und Eisen zwinget
Man deutsche Herzen nicht

Ja, macht nur Weltgeschichte
Und sprecht von „Mission“
Gott nahet zum Gerichte
Und stürzt eur Babylon

Text: anonym , erschienen 1868 , zwei Jahre, nachdem Preußen auch Hannover „unter seine Fittiche“ genommen hatte, in Gelb-Weiße Lieder, München –
Musik: auf die Melodie von Sie sollen ihn nicht haben
in: Walter Moßmann / Peter Schleuning : Alte und neue politische Lieder . Entstehung und Gebrauch, Texte und Noten. Hamburg 1978. S. 17-80

Zur Geschichte dieses Liedes:

Parodien, Versionen und Variationen: Das Lied „Sie sollen ihn nicht haben den freien deutschen Rhein“ erschien erschien erstmals in der „Trierischen Zeitung“ Anfang August 1840. Der Text von Nikolaus Becker, Gerichtsschreiber aus Geilenkirchen, wurde in der Komposition von Konradin Kreutzer zuerst am 15. Oktober 1840 zum Geburtstage des Königs im Kölner Theater gesungen.