Der Böhmische Zauberer Zython

Der Böhme Zython wußte die Zauberkunst sehr meisterlich zu treiben. Bald erschien er wie ein Riese, bald wie ein Zwerg, oftmals fuhr er auf der Straße und hatte Hähne vor seinen Wagen gespannt. Er ging auf dem Wasser und tat mehr andere dergleichen seltsame Dinge. Zuweilen narrte er diejenigen, die der König zu Tafel geladen hatte und machte, daß niemand

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Der diebische Ratsherr zu Schweidnitz

Es hat sich bei dem Altertum eine seltsame Geschichte zugetragen, daß ein Ratsmann, welcher dem Stadtkeller gegen über gewohnet, sich das Gold der gemeinen Schatzkammer verblenden lassen. Damit er nun seinen Gold- und Geldhunger stillen möchte, hat er eine Dohle unterrichtet, welche zu Abends durch eine ausgebrochene Glasscheibe, oder durch offenes, mit eisernem Gegitter verwahrtes Fenster, in die alte Ratsstube

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Der durch einen Poltergeist getötete Knabe

Im Schlosse Loys war lange ein Poltergeist, der friedlich umherging und den man dadurch in gutem Mute zu erhalten suchte, daß man ihm einen Topf mit Milch des Abends hinsetzte, den er nächtlich verzehrte. Ein näschiger Küchenbube aber beneidete dem Geist diese angenehme Speise und trank sie eines Abends aus, das leere Gefäß dem Kobold lassend. Als dieser sein Milchnäpfchen

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Der große Stein bei Görlitz

Auf dem Wege von der Landeskrone bis zur Stadt Görlitz liegt ein sehr großer Stein, an dem man gleichsam Klauen- oder Krallen-Griffe bemerkt. Von ihm erzählt die Sage: daß der Teufel erzürnt gewesen, als er gesehen, daß in der Stadt sich der herrliche Dom, Peter und Paul geheiligt, zur Ehre Gottes aufwölbte. Wütend vor Zorn, riß er einen übermächtigen Felsblock

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Der Heilige im Walde

Herzog Borziwog zu Tein wollte sich, im Jahr 909, einstmals erlustigen, nahm zu sich etliche seiner Diener und Hunde, ritt auf die Jagd, in ein tiefes Tal, über das Wasser die Misa genannt; daselbst schoß er mit seinem Bogen ein großes Reh. Als es nun getroffen, wollte es die Flucht geben, aber der Herzog Borziwog und seine Diener eilten ihm

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Der Hörselberg bei Eisenach

Nicht weit von Eisenach, in Thüringen, liegt der Hörselberg, den folgende Sage berühmt macht. Es war eine Königin von Engeland, mit Namen Ronischwig, welche, als ihr Herr und König, der ihr aus dermaßen lieb war (denn er sie, aus einem geringen Geschlechte, zu einer Königin, um ihrer Tugenden willen, erwählt hatte), gestorben war, die Treue an ihm auch nicht vergessen

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Der Schatz zu Kloster Walkenried

In weiland Kloster Walkenried ist über dem Kreuzgange der sogenannte Zaubersaal, welcher deswegen also genannt wird, weil zu der Zeit, als daselbst noch eine berühmte Schule gewesen, sich darauf nachfolgende wunderbare Begebenheit mit einem Schüler zugetragen hat. Es ist einst, an gedachtem Orte, von den Knaben zur Lust ein Zeichen gelegt worden, um zu versuchen, wer unter ihnen darüber und

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Der schwarze Friedrich zu Liegnitz

Vor zweihundert Jahren hauste in der Gegend von Liegnitz ein grausamer Räuber, der schwarze Friedrich, oder der Bruchmörder genannt, ein Mensch von bewunderungswürdiger List und Stärke. Alle Spione täuschte er, allen Nachstellungen wußte er zu entgehen und wo keine List half, da wirkte seine mächtige Faust, mit der er seine Armbrust spannte und eine ganze Stunde weit schoß. Friedrich hielt

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Der Tod des heiligen Beneda

Neben dem Schloß Meissen in Sachsen hatte im Jahre 1088 König Wratislaus der erste von Böhmen eine Gegenfestung angelegt, zur Zügelung der Stadt, zu jener Zeit, als Meissen durch Kaiser Heinrich den 4ten dem Böhmerlande zugeschlagen ward. Guozedek hieß sie in Böhmischer Sprache, jede Spur ist jetzt davon verloren. Ein Böhmischer Herr, Beneda genannt, landräumig aus unbekannten Ursachen, begab sich

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Der ungetreue Vormund (Durings Erle)

Als diese Dinge nun alle gestillt (die Erzählung schließt sich unmittelbar an die vorhergehende), setzte sich Neklan auf den fürstlichen Stuhl nieder und fragte nach des Wlatislaus Gesinde. Unter andern wurde ihm gesagt, daß Zbislaw, Sohn des Wlatislaus, ein Knäblein von zwölf Jahren, im Dorfe Bitozewes bei einem Weibe heimlich gehalten würde; denselben ließ Neklan für sich bringen. Und als er

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