Die Gott geweihte Nonne zu Löwenberg

Vor Zeiten haben in der Nonnengasse zu Löwenberg die Gott geweihten Jungfrauen des heiligen Ordens St. Franziszi ihr Klösterlein gehabt, welches mit stattlichen Einkünften und Gütern begabt gewesen. Als nun die ungleiche Lehre Luthers den Ordenspersonen schmerzliche Verfolgung verursachte, haben die frommen geistlichen Jungfrauen, zu besserer Sicherheit ihres jungfräulichen Standes, ihre Wohnung zu Löwenberg und dabei die Schafnerin, so inmittelst

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Der Wunderring im Hause derer von Alvensleben

Es hat sich vor vielen, vielen Jahren, bei dem löblichen adlichen Geschlechte derer von Alvensleben, auf dem Hause Kalbe an der Milde, in der Mark Brandenburg, begeben, daß des damals lebenden Junker von Alvensleben Hausfrau, bei nachtschlafender Zeit, als das Haus verschlossen, von einer Magd, so eine Laterne in der Hand getragen, aufgewecket, mit vielen guten Worten, einer Frau in

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Jakob Böhme sieht den Schatz in der Landeskrone

Es ist der selige Mann Jakob Böhme im 1575sten Jahre nach Christi unseres Herrn Geburt zu Alt Seidenberg, einem gewesenen Marktflecken, ohngefähr anderthalb Meilen von Görlitz in der Oberlausitz gelegen, von seinem Vater Jakob und seiner Mutter Ursula, beiden armen und geringen Bauersleuten, guter Deutscher Art, aus christlichem und unbeflecktem Ehebette gezeuget, auf diese Welt geboren worden. Nachdem er nun

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Die weiße Frau als Amme

Als im Jahre 1539 Peter Wok von Rosenberg, der letzte seines Stammes, geboren war, und, wie man’s mit vornehmen Kindern zu halten pflegt, zu Trebona (Třeboň (deutsch: Wittingau)) im Frauenzimmer auferzogen ward, fing die weiße Frau an, bei Nacht oft zu ihm zu kommen, wenn die Amme oder das Kindermädchen der Schlaf übernommen hatte, wiegte das Kind, nahm es auch,

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Rübezahl narrt einen Junker

Im Jahr 1512 hat einer von Adel, ein rechter Tyrann und Wüterich, einem seiner Untertanen oder Bauern auferlegt, er solle ihm eine überaus große Eiche auf dem Wagen mit seinen Pferden und seinem Wagen heimführen, mit heftiger Bedräuung höchster Strafe und Ungnade, wenn er solches nicht tun und solchem Befehl nicht nachkommen würde. Der Bauer sah, daß es ihm unmöglich

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Die große Braupfanne beim Dorfe Warthau

In dem bei dem Dorfe Warthau, zwischen Bunzlau und dem Gröditzberg gelegen, befindlichen Steinbruche, steht, in waldiger, tiefer Gegend, eine mächtige Braupfanne, aus einem großen Granit gehauen. Das Volk erzählt: einst war zu Warthau ein Steinmetz, der durch liederliche Streiche sich die Strafe zuzog, daß ihm anbefohlen ward, aus einem mächtig großen Felsstück, in einer ihm vorgeschriebenen Frist, einen viereckigen

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Der diebische Ratsherr zu Schweidnitz

Es hat sich bei dem Altertum eine seltsame Geschichte zugetragen, daß ein Ratsmann, welcher dem Stadtkeller gegen über gewohnet, sich das Gold der gemeinen Schatzkammer verblenden lassen. Damit er nun seinen Gold- und Geldhunger stillen möchte, hat er eine Dohle unterrichtet, welche zu Abends durch eine ausgebrochene Glasscheibe, oder durch offenes, mit eisernem Gegitter verwahrtes Fenster, in die alte Ratsstube

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Die weiße Frau

Die weiße Frau ist seit mehr als zweihundert Jahren in Deutschland bekannt gewesen, als eine solche, die, wenn der Tod an einiger großen Fürsten Palast anzuklopfen pflegt, sich gemeiniglich vorher sehen läßt. Dies geschieht aber nicht allein in den deutschen hohen Häusern, sondern auch in unterschiedlichen Orten in Böhmen, jedoch nur allein bei vornehmen Familien. Dies weiße Gespenst soll den

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Die weiße Frau (Bertha von Rosenberg)

Ohngefähr im Jahr 1430 ward Udalrich von Rosenberg dem zweiten eine Tochter geboren, genannt Bertha, von seiner Gemahlin Katharina von Wartenberg, welche gestorben ist Anno 1436 und ihm noch andere Kinder beiderlei Geschlechts geboren. Udalrich war Oberburggraf von Böhmen und durch die Autorität des Römischen Papstes zum obersten Feldherrn über das Kriegsvolk der Römischgesinnten wider die Hussiten verordnet. Bertha, welche

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