O wie wohl ists jedem Menschen

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O wie wohl ists jedem Menschen

O wie wohl ists jedem Menschen
der von keiner Liebe weiß!
Rechte Lieb die läßt nicht schlafen
rechte Lieb die ruhet nicht.

Wenn ihr wüßt‘, was mir am liebsten
Nur soviel gelegen ist
Sparet ihr viel Sorg und Mühe,
Ein Jeder kehr vor seiner Tür!

Hier kann ich nicht länger bleiben.
Hier Hab ich gar kein Plaisier
Hier muß man nichts als Wasser trinken
Bei meim feins Liebchen Wein und Bier.

Spielet auf, ihr Musikanten,
Spielet auf ein Saitenspiel —
Meinem Schätzchen zu Gefallen,
Weil ich von ihm scheiden will

Saßen ‚mal zwei Turteltauben
Dort auf einem dorren Ast:
Wo sich zwei Verliebte scheiden
Da verwelket Laub und Gras.

Laub und Gras ist schon verwelket
Aber meine Liebe nicht
Rechte Lieb die läßt nicht schlafen
Rechte Lieb die ruhet nicht.

Stern zwei Sternchen an dem Himmel
Leuchten Heller als der Mond:
Der eine leucht für mein feins Liebchen
Der andre vor die Kammerthür.

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Aus Wiesenbreidenbach (Hessen-Darmstädtisch) 1858
Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 660 „Rechte Liebe“)

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