Mit Lieb bin ich umfangen (1582)

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Mit Lieb bin ich umfangen

Mit Lieb bin ich umfangen,
Herzallerliebste mein;
Nach dir steht mein Verlangen,
wenn es nur könnt gesein.
Könnt ich dein Gunst erwerben,
Käm ich aus großer Not,
Viel lieber wollt ich sterben,
Und wünscht mir selbst den Tod

Herzlieb, gedenk an die Treue
Die du mir verheißen hast
Und laß dichs nit gereuen
Stetigs ohn Unterlaß
Dein Treu hast mir versprochen
In rechter Stetigkeit
Es bleibt seltn ungerochen
Feinslieb, nit von mir scheid

Wie soll ich von dir lassen
Es kost mir meinen Leib
Dazu bringt mich ohn Maßen
Dass ich nit von dir scheid.
Dir hab ich mich ergeben
Herzallerliebsten mein
Dieweil ich hab das Leben,
Mein Schatz vergiss nicht mein

„Junger Gsell, laß doch dein Werben
Du erlangest meiner nicht
Wollest du gleich darum sterben
Es ist vergebens gewiß
Du hast mich lieb im Herzen?
Da weiß ich wenig nur
Fürwahr es ist kein Scherzen
Laß ab. es ist umsonst!

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 400)
Hainhofers Lautenbüchern , 1603

"Mit Lieb bin ich umfangen" in diesen Liederbüchern

in Hainhofens Lautenbücher, 1603, II.. Bl. 35 (mit noch 4 Strophen mehr, die nicht volkstümlich sind.) Text: Ambraser Liederbuch., 1582, Nr. 88 hat bloß 7 Strophen. Daher Tittmann. S. 59; Scandellus, 1570 (Abdruck Mittler 733) bloß 1. und 3. Strophe. Fl. Bl. um 1600, Köln bey Heinr. Nettesem (8 Strophen).

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