Pfeffel (Gottlieb Konrad)

13 Lieder von Pfeffel (Gottlieb Konrad)

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Auf eines Müllers Hofe (Die Bauernmagd)

Auf eines Müllers Hofe hatte sich bei Nacht Ein angeschlossner Hund von seiner Kette Einst losgerissen. Durch den Lärm erwacht Der Herr und ruft die Magd. Die springt schnell aus dem Bette Und eilt halb nackt hinaus den Hund An seine Kette wieder anzulegen Doch vor der Türe springt er wütend ihr entgegen Und beißt an Arm und Fuß sie

Gedichte | Liederzeit: | 1797


Ein Johanneswürmchen saß

Ein Johanneswürmchen saß Seines Sternenscheins Unbewußt im weichen Gras Eines Bardenhains Leise schlich aus faulem Moos Sich ein Ungetüm, Eine Kröte, her und schoß All ihr Gift nach ihm. Ach was hab ich dir getan? Rief der Wurm ihr zu. Ei fuhr ihn das Untier an, Warum glänzest du? Text: Gottlieb Konrad Pfeffel (1779) in Als der Großvater die Großmutter

Gedichte | Liederzeit: | 1778


Ein Junker hielt sich ein Paar Hunde

Ein Junker hielt sich ein Paar Hunde; Es war ein Pudel und sein Sohn. Der junge, Namens Pantalon, Vertrieb dem Herrchen manche Stunde Er konnte tanzen, Wache stehn, Den Schubkarrn ziehn, ins Wasser gehn, Und alles dieses aus dem Grunde. Der schlaue Fritz, des Jägers Kind, War Lehrer unsers Hunds gewesen, Und dieser lernte so geschwind, Als mancher Knabe kaum

Gedichte | Liederzeit: | 1782


Ein Schüler aß wie viele Knaben

Ein Schüler aß, wie viele Knaben, Die Datteln für sein Leben gern; Und um des Guten viel zu haben, So pflanzt er einen Dattelkern In seines Vaters Blumengarten. Der Vater sah ihm lächelnd zu Und sagte: Datteln pflanzest du? O Kind, da must du lange warten! Denn wisse, dieser edle Baum Trägt oft nach zwanzig Jahren kaum Die ersten seiner

Gedichte | Liederzeit: | | 1779


Ein Sperling fing auf einem Ast (Die Stufenleiter)

Ein Sperling fing auf einem Ast Die fettste Fliege. Weder Streben Noch Jammern half, sie ward gefaßt Ach rief sie flehend laß mich leben Nein sprach der Mörder du bist mein Denn ich bin groß und du bist klein Ein Sperber fand ihn bei dem Schmaus So leicht wird kaum ein Floh gefangen Als Junker Spatz. Gib, rief er aus

Gedichte | Liederzeit: | | 1794


Eine Jungfrau ward erzogen (Isabell)

Eine Jungfrau ward erzogen, Hieß mit Namen Isabell Und sie schoß mit Pfeil und Bogen Akkurat wie Wilhelm Tell Sie war stolz und sie war spröde. Sie war kalt bei Lieb und Scherz. Darum ging im Land die Rede, Daß sie hätt’ ein steinern Herz. War ein Held in dem Gebirge Mit dem Namen Eduard. War ein Ritter voller Würde,

Frauenlieder | Moritaten | | | 1779


Gott grüß euch Alter schmeckt das Pfeifchen (Tabakpfeife)

Gott grüß euch Alter, schmeckt das Pfeifchen? Weißt her! – Ein Blumenkopf Von rotem Ton mit goldnem Reifchen Was wollt ihr für den Kopf? O Herr, den Kopf kann ich nicht lassen Er kommt vom bravsten Mann Der ihn, Gott weiß es, einem Bassen Bei Belgrad abgewann Da, Herr, da gab es rechte Beute, Es lebe Prinz Eugen Wie Grummet

Balladen | Liederzeit: | 1799


Im Land der Allobrogen (Odoard und Isabelle)

Im Land der Allobrogen Lebt Fräulein Isabell Sie schoß mit Pfeil und Bogen So gut als Wilhelm Tell War jung und schön doch spröde und kalt für Lieb und Scherz Auch ging im Land die Rede Sie hab ein stählern Herz Ein Held aus den Cevennen Mit Namen Odoard Bei einem Ringelrennen Von ihr entzündet ward Er girrt ihr seine

Balladen | Liederzeit: | 1779


In China lag beim Sternenlichte (Holien)

In China lag beim Sternenlichte Ein Jüngling – Dank sei der Geschichte, Für seinen Namen – Holien Lag müd auf seiner Binsenmatte Und sah vom Räuber ungesehn Der sein Gemach erstiegen hatte, Wie hurtig er, was ihm gefiel, In seinen weiten Schnapsack steckte. Er regt sich nicht auf seinem Pfühl Und blinzt die Augen zu. – Nun streckte Der Gaudieb

Gedichte | Liederzeit: | | 1778


Ochs und Esel zankten sich

Ochs und Esel zankten sich Beim Spaziergang um die Wette, Wer am meisten Weisheit hätte: Keiner siegte, keiner wich Endlich kam man überein, Dass der Löwe, wenn er wollte, Diesen Streit entscheiden sollte; Und was konnte klüger sein? Beide reden tief gebückt Vor des Tierbeherrschers Throne, Der mit einem edeln Hohne Auf das Paar herunter blickt. Endlich sprach die Majestät

Gedichte | Liederzeit: | 1765