Liederlexikon: Erle

| 1908

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Nach dem Eddalied entstanden das Weib aus der Erle und der Mann aus der Esche. Erlenholz gebrauchte man als den Holzmörser, in dem man mit dem harten Eschenquirler quirlte, um das Feuer zu erzeugen. Das Erlenholz bildete also den Feuerschoß und das Eschenholz den Feuerpenis. Dieses Feuerquirlen wurde bei den Germanen wie bei andern Völkern als ein Akt der Begattung aufgefaßt. So wurde die Erle zum Weib, der Eschbaum zum Mann. —

Vielleicht hat sich als Ausklang dieses Begattungsmotivs in England die Sitte erhalten, unkeuschen Mädchen einen Erlenzweig mit einem Bund Nesseln vor die Tür zu stellen (in Hitchin, Herefordchire).

ln der griechischen Mythologie hat die Erle (Schwarzerle) eine düstere Bedeutung sowohl wegen des dunkelgrünen Laubes, der dunkelbraunen Kätzchen und schwarzen Fruchtzäpfen als auch wegen der Vorliebe wässrigen, sumpfigen Bodens. Auch in deutscher Volksanschauung ist die Schwarzerle zum Gespensterbaum geworden (vgl. (den Erlkönig).

in Volkserotik und Pflanzenwelt (1908)



"Erle" im Archiv:

Wlasta (Valaska) . Ende des Matriarchats in Böhmen

Unter Libussa’s Frauenzimmern aber war eine Jungfrau, mit Namen Wlasta (etliche nennen sie Valaska). Dieselbe hatte einen hohen Geist, war eine rechte Mannin und konnte dazu wahrsagen. Derselben hatte Libussa ihre anderen Frauenzimmer auf ihrem Todbette, samt dem Schlosse Libus, befohlen. Als sie aber das Schloß in ihre Verwahrung genommen, dachte sie höher zu steigen und mehr Gewalt zu überkommen.

Das Roß des Horymirz (Gold und Silber gegen Brot)

Etliche aus dem Volke kamen 846 zu dem Herzoge Krzesomysl und hielten ihm den großen Mangel des Brotes vor, welcher in diesem Lande von nirgends anders, als von den Bergleuten, die den Ackerbau verlassen, herkomme. Sie baten den Herzog, er wolle alle Bergleute von dieser Arbeit, und besonders um Przibram, die Eule, Pisak und Schittenhof, abzustehen befehlen. Der Herzog hörte

Die verräterischen Weiberohren

Im Frühling 869 befahl Wlatislaw, Herzog zu Sotz, allem seinem Volke, in guter Bereitschaft zu sitzen, und sobald er ihnen aufgebieten würde, daß sie sich auf dem Felde Lotzdiechow versammeln und von dannen, dahin es die Not erfordern würde, rücken sollten. Sandte demnach seine Boten zu dem Neklan, dem Sohne des Krzesomysl, mit Vermeldung, seiner den 10. Mai auf dem

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