Aus Schreibern und Studenten werden der Welt Regenten

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Aus Schreibern und Studenten
– Ein gmeines Sprichwort ist –
Werden der Welt Regenten
Wie männiglich bewußt
Sie kommen hoch zu Ehren
Mit ihrer freien Kunst;
Man hat sie lieb und geren
Zu ihnen trägt man Gunst.

Die Feder thut regieren
Die ganze weite Welt
Thut manchen Menschen zieren
Verdient ihm Gut und Geld
Ihr kann man nicht entbehren
Man braucht sie sonderlich
Bei Fürsten und bei Herren
Ja, jeder männiglich.

Die Federn soll man preisen
Wenn mans recht brauchen thut
All Ehr soll man beweisen
Der edeln Feder gut
Dann sie thut viel verrichten
Bei jung, alt, arm und reich
Viel Sachen thut sie schlichten
Nichts ist der Feder gleich.

Die Feder thut erschwingen
Den edlen Adler hoch
So thut auch denen gelingen
Die sie recht führen noch
Denn sie thut hoch erheben
zu Ruhm, Ehr, Preis und Lob
Zu Geld und gutem Leben
In Summ: Sie schwebet ob.

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1686 „Ehrenlied auf Schreiber und Studenten“, ohne Melodie)

Aus Olor. Varisc. Martins Gans (Magdeburg 1609), wo es S. 142 heißt: „Der liebliche Musicus Erasmus Widmannus hat auch ganz herrlich von der Schreiber Ehre dignitet gesungen“ (folgt dies Lied). Mitgeteilt von Gödeke-Tittmann, Liederbuch des 16. Jahrhunderts, S. 124.

 

Liederthema: ,
Liederzeit: (1609)



Anmerkungen zu "Aus Schreibern und Studenten werden der Welt Regenten"

Erklärung:

  • 4, 1 erschwingen, in Schwung setzen; Sinn: Wie der Adler sich auf den Federn in die Höhe hebt, so gelingt es auch denen, welche die Feder recht zu führen wissen, sich zu erheben zu Ruhm und gutem Leben.