Aus argem Wahn so heb ich an

Aus argem Wahn so heb ich an

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Aus argem Wahn so heb ich an
ein Fräulein zu beklagen
Ich seufz und klag, dass ich mein Tag
nie liebers Hab verloren
Das klag ich sehr, je länger je mehr
Dass ich die Schön muss meiden
bringt mir ein heimlich Leiden
des klag ich dir, drum hilf du mir

Hilf mir, Herzlieb aus solcher Not
Gib mir, Herzlieb, Dein treuen Rat
Es kommt mir viel. Das ich nit will;
Es kommt mir hart. Das ich erwart;
Es kommt nit her. Das ich begehr
Ich bin elend und ganz unwert
vielleicht es sich nit bald verkehrt
Vor großem Leid, so muß ich scheid

Gründe mein Wort, Jungfräulein zart
Dieweil ich dich muß meiden
Klag Sonn und Mond, Klag Laub und Gras
Klag alles, das der Himmel beschloß
Klag, Röslein fein! Klagt, kleine Waldvöglein
Klag, Blümlein auf der Heiden
Klag auch der schöne Wolgemut
Ach Gott, wie weh mir Scheiden tut

Selbst will ich sein der Tröster mein.
Dieweil ich dich muß meiden
Reut mich der Weg und auch der Steg
Mein treuer Dienst, dieweil ich leb
Nun kanns und mags nit anders gesein
Kannst du. Herzlieb, nit halten mich
So wolln wir‘ s lassen rauschen
Kannst du wechseln, so kann ich tauschen

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1647 „Argwohn“)

Text: Heidelberger Handschrift 343. Bl. 90b. Daher Görres, S. 73 und Erlach I. 242.
Melodie und und bloß 1. Strophe bei Forster V. 1556 Nr. 12: „Aus argem Wahn“. Görres ändert: „Mit argem Wahn…“ Schön ist in diesem Hofelied die 3. Strophe, darin die ganze Natur zur Mitklage aufgerufen wird. Das erinnert an das Minnelied des Herzogs v. Preßele (Bartsch, Liederdichter, S. 253): „Ich klage dir, meie, ich klage dir, sumerwunne» etc.. Siehe auch die Fassung im Ambraser Liederbuch (1582).

Liederthema: ,
Liederzeit: (1556)