Alles liebt und paart sich wieder (1801)

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Alles liebt und paart sich wieder
Liebend steigt der Lenz hernieder
Und umarmt die junge Flur
Süßes sehnendes Verlangen
einem Wesen anzuhangen
lebt und webt durch die Natur

Von des Jünglings Lieb erkoren
schwebt im holden Traum verloren
ahnungsvoll der Mädchenchor
Liebe bringend, Lieb´empfindend
unterliegt es überwindend
liebt und wird geliebt wie er

Was Gefild und Hain belebt
was in Busch und Lüften schwebet
hüpft und flattert Paar an Paar
Reben, die noch einsam wanken
streben sanft, sich zu umranken
Und ein Baum wird ihr Altar

Jedes Blümchen auf der Aue
Glüht in eines andern Taue
Liebend, wie sich Blicke nahn
Jedes Knöspchen wird ein Gatte
Jedes Gräschen auf der Matte
schmiegt sich an ein andres an

Alles fühlt der Liebe Segen
Lüftchen hauchen Lieb‘ entgegen
bräutlich ist die Flur geschmückt
Aber ach! ich  irr´alleine
bis das Mädchen, das ich meine
mich an Mund und Busen drückt

Text: Wilhelm Gottlieb Becker (1801, stark überarbeitete Fassung seines gleichnamigen Gedichts von 1782)
Musik: J. Franz Xaver Sterkel – 1801
in “ Volkstümliche Lieder der Deutschen “ – 1895

Das Lied wurde um 1800 mit Klavier- oder Gitarrenbegleitung viel gesungen, Original der Melodie war B-Dur . Böhme gibt in  „Volkstümliche Lieder der Deutschen“  den verbesserten Text von 1801 wieder, der seiner Ansicht nach aber „noch manchen Unsinn enthält“.

"Alles liebt und paart sich wieder (1801)" wird auf diese Melodie gesungen:

Melodie zu

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