Zwoa kohlschwarze Täubaln
Hab’n Flügel liechti
Und daß mi mei Büabal
Nit treu bleibt, fürcht i

Zweg’n was bleibst denn aus?
Zweg’n was kimmst denn nit her?
Mir ist halt, als war i
Dei Schatzal nit mehr

Mir hat von Valiebtsein,
von Treu sein was tramt
Und i wollt und i mecht
I hatts Wachwerden vasamt

Jatz ward ma so antrisch
Jatz ward ma so bang
I moan halt und fürcht halt
I machs nimma lang.

Wo is denn die Freud
Und wer hat ma’s entfüart?
Vor kurzem da hats no
Im mein Herzen loschiert

I suech und i frag
Und i find’s nimma mehr —
Sie is ma halt auszogn
Und’s Kammal is leer

Text und Musik: Verfasser unbekannt
bei Greinz-Kapferer, Tiroler Volkslieder S. 146
Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 653 „Zweifel an der Treue“, ohne Melodie)

Liederthema:
Liederzeit: (1890)
Region:

Abweichungen im Text

  • 1.1 Schwarze Tauben mit weißen Flügeln sind unmöglich, unwahr. Das Bild mit seinem Kontrast wird gebraucht, um zu sagen: Wie man von einer schwarzen Taube keine lichten Flügel: so erwartet man von dem Geliebten, der sich früher treu bewiesen, keine Untreue; aber eins wie das andere kann vorkommen. (Böhme)
  • 2, 1 zwegen was, wegen welcher Ursache, warum bleibst du aus?
  • 3, 1 valiebt, verliebt.
  • 3, 2 tramt, träumt.
  • 3, 4 versamt, versäumt.
  • 4, 1 Jetzt wird mir so verdrießlich.
  • 6, 4 Kammal, Kämmerlein.

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