Und so finden wir uns wieder


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Und so finden wir uns wieder
In dem heitern bunten Reihn,
Und es soll der Kranz der Lieder
Frisch und grün geflochten sein

Aber wem der Götter bringen
Wir des Liedes ersten Zoll?
Ihn vor allen laßt uns singen,
Der die Freude schaffen soll

Denn was frommt es, daß mit Leben
Ceres den Altar geschmückt?
Daß den Purpursaft der Reben
Bacchus in die Schale drückt?

Zückt vom Himmel nicht der Funken
Der den Herd in Flammen setzt
Ist der Geist nicht feuertrunken
Und das Herz bleibt unergötzt

Aus den Wolken muß es fallen
Aus der Götter Schoß, das Glück
Und der mächtigste von allen
Herrschern ist der Augenblick

Von dem allerersten Werden
Der unendlichen Natur
Alles Göttliche auf Erden
Ist ein Lichtgedanke nur

Langsam in dem Lauf der Horen
Füget sich der Stein zum Stein
Schnell, wie es der Geist geboren
Will das Werk empfunden sein

Wie im hellen Sonnenblicke
Sich ein Farbenteppich webt
Wie auf ihrer bunten Brücke
Iris durch den Himmel schwebt,

So ist jede schöne Gabe
Flüchtig wie des Blitzes Schein
Schnell in ihrem düstern Grabe
Schließt die Nacht sie wieder ein

Text: Friedrich Schiller
Musik: ?


Liederthema: Trinklieder
Liederzeit: (1804)
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