Seht seht, ihr deutschen Brüder

Seht seht, ihr deutschen Brüder

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Seht seht, ihr deutschen Brüder
mit uns ist es geschehn
wir werden arretieret
und in Arrest geführt.

Wir kommen in einen Kerker
In eine finstre Gruft
Da hört man Niemand sprechen
Als wenn die Schildwach ruft

An einem heitern Morgen
Wohl um die neunte Stund
Ließ mich der Richter rufen
Zu sagen den reinsten Grund.

Ich trat mit festem Schritte
Dem Richter vors Gesicht
Und sprach aus reinem Herzen:
„Von diesem da weiß ich nicht!“

Fort, fort mit diesem Buben
ins finstre Loch hinein
Bis daß ich ihn laß rufen
Und er gesteht es ein

Es dauert nicht immer und ewig
Allhier Soldat zu sein
Wir kommen auch wieder nach Hause
Und gehen zum Mädchen allein.

Und als wir nach Hause gekommen
Ins Wirtshaus kehren wir ein
Dann stoßen wir einmal die Gläser:
Die traurige Zeit ist vorbei.

Text und Musik: Verfasser unbekannt
auf die Melodie von „Es dauert nicht immer und ewig
In Deutscher Liederhort III (1893, Nr. 1391 „Im Arrest“, Aus Hessen-Nassau. 1880—90)

Dasselbe Lied auch aus dem Hessen-Darmstädtischen (André. Volksspiegel Nr. 44), ohne die letzte Strophe, aber mit dem Anfange:

Ach großer Gott im Himmel
Sie haben mich arretieret
Was haben’s mit mir gemacht?
Und in Arrest gebracht.

Liederthema: , ,
(1880)
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