Schon welken die Blätter schon ziehet der Wind

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Schon welken die Blätter schon zieht der Wind
er jaget die Wolken vorüber geschwind
Wohlauf noch genossen mit trunkener Brust
wohlauf bis zur Neige die fliehende Lust

Mag einen der Lenz und der Sommer dahin
mag reifen die Saat und die Blume verblüh´n
Was draußen für Wind und für Wetter auch sei
Wir bleiben vereinigt,  wir bleiben uns treu

Laß wogen, laß wehen! Im Herzen da weht ein Hauch
der die Flamme des Lebens erhöht, ein Hauch
der die Rinde des Dünkels zerbricht
ein Leben in Wahrheit ein Leben im Licht

Und wie wir uns trennen von Wald und Feld
zerstreut uns das Schicksal wohl weit in die Welt
und ob wir uns scheiden nach Süd nach Nord
die Liebe, sie lodert im Herzen doch fort

Text: H. Bolze —
Musik: auf die Melodie von
Wohlauf noch getrunken
in Liederbuch des Handwerker-Vereins zu Potsdam (1859, dort das letzte Lied im Buch)

Zur Geschichte dieses Liedes:

Parodien, Versionen und Variationen:

“Wohlauf noch getrunken den funkelnden Wein” – ein Gedicht von Justinus Kerner – wurde zunächst auf die Melodie von „Auf singet und trinket den köstlichen Trank“ gesungen, das Lied eines unbekannten Verfassers, dessen Text um 1808 im Rostocker Liederbuch stand (Greifswald 1808). Ähnlichkeit zu Es leben die Alten“ von Miller von Ulm. Die Melodie wurde in Jena 1817 von einem unbekannten Verfasser hinzugefügt, vermutlich ein Student und Burschenschaftler.

Später wurde „Wohlauf noch getrunken…“ auf die  Melodie ”Hoch droben auf dem Berge” gesungen, eine traditionelle Melodie aus Tirol, die ca. 1826 erstmals  aufgezeichnet wurde.  Eine weitere Vertonung ist von Robert Schumann (1810-1856).