Rite Rite Rößli

Kinderlied von den drei Jungfrauen

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Rite, rite, Rößli
z‘ Bade stat es Schlößli
z‘ Bade stat es Summerhus
s’luget drei Mareie drus
Die erst spinnt Side
Die ander schnätzlet Chride
Die dritt spinnt Haberstrau
B’hüt mir Gott mi’s Büebli au!

Aus dem Kanton Zürich: Tobler II. S. 239.  (A: die Grundform wie oben)

B: Als zweite Gestalt zweigt sich mit „Die dritte spinnt ….“ bzw. der 7. Zeile ab

  • Die dritt tuet’s Törli uf
    und tat die heilig Sunnen us
    oder
  • Die dritt gat i’s Sunnehus
    und lat die guldig Sunnen us
    oder
  • Die dritt luegt zum Tor (Fenster) us
  • und lat die guldig Sunnen us

C: Als dritte Form wird die zweite noch fortgesetzt:

  • Es ist es Engeli a d’r Wand
    Es häd es Glöggli i der Hand
    Wenn mer’s g’höred chlinge
    So wend wir alli (z‘ Himmel) springe.

Interessant ist Tobler’s Abhandlung über den mythischen Inhalt dieses Nornenliedes
in Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1819 „Kinderlied von den drei Jungfrauen (Nornen), ohne Melodie)

Liederthema:
Liederzeit: (1850)

Region:


Anmerkungen zu "Rite Rite Rößli"

Varianten aus andern Schweizergegenden:

  • 2. Zeile statt Baden (in der Schweiz) stehen Basel, Züri (Zürich), Rom, Liestal und andre Städtenamen, in manchen Lesarten auch unbestimmt: dort obe stat etc… —
  • B 3. statt Summerhus auch Sunnehus, Chronehus, Nunnehus, Gloggehus  (Glockenhaus), Weierhus, guldigs Hus. —
  • B. 4. statt Mareien steht Jungfrauen, Fraue, hübsch Jungfere, schöni Jungferi. —
  • B. 6. statt schnätzlet (kratzet, schabt) Kreide = auch wicklet, chnodet (knüpft) Weide (so meist in Deutschland), auch chratzet Chride, rollet Chride, spinnt Goldwide, spinnt Weide, hackt, Häcklet, schnidet Chride. —
  • B. 7. Die dritt ist wie luters Gold, — oder: Die dritt chochet es Chollermues (ein Leibgericht der Sennen, aus Mehl, Rahm und Eiern, alles in Butter gebacken, eine Art Omelette). —
  • B. 5— 7 wieder abweichend: Die eindi wicklet Wide, die andri stücklet Chride, die dritti spinnt das GIesigold.
  • B. 8 statt Bübli auch Chindli, Schätzli. Die ganze 8. Zeile lautet auch: Mi liebs Chindli, schlof mer au! oder: D’Büebili sind die Meiteli hold.