Nach dem Sturme fahren wir

Nach dem Sturme fahren wir
sicher durch die Wellen
lassen, grosser Schöpfer, dir
unser Lob erschallen
Lobet ihn mit Herz und Mund
lobet ihn zu jeder Stund
Christ, Kyrie
komm zu uns auf den See

Wie mit grimm’gem Unverstand
Wellen sich bewegen
Nirgends Rettung, nirgends Land
Vor des Sturmwinds Schlägen
Einer ist’s, der in der Nacht
Einer ist’s, der uns bewacht
Christ, Kyrie
du schlummerst auf dem See

Wie vor unserm Angesicht
Mond und Sterne schwinden
Wenn des Schiffleins Ruder bricht
wo nun Rettung finden
Wo denn sonst, als bei dem Herrn
Sehet ihr den Abendstern
Christ, Kyrie
erschein‘ uns auf dem See

Einst in meiner letzten Not
lass mich nicht versinken
Sollt‘ ich in dem bittern Tod
Well‘ auf Welle trinken
reiche mir dann liebentbrannt
mein Herr! deine Glaubenshand
Christ, Kyrie
komm zu uns auf den See

Text: Johannes Daniel Falk (1816)
Musik: Carl Loewe (1840)
Volkstümliche Lieder der Deutschen (1895)

Anmerkungen zu "Nach dem Sturme fahren wir"

Gedicht von Johannes Falk von 1816. Der Text beginnt ursprünglich mit Str. 2 hier „Wie mit grimmgem Unverstand…“ Die hier stehende Anfangsstrophe bildet dort die Schlußstrophe. Erk 1841 hat in seinen Schulliederheften eine alte Volksweise von 1807 aus Büschings Sammlung dem Falkschen Texte angepaßt. Die hier stehende schöne Melodie ist von Carl Löwe vor 1840. Sie steht in manchen Schulliederheften als alte Volksmelodie. Eine mächtig wirkende Komposition dieses Liedes gibt’s für Männerchor mit Orchester von Jul R Dürrner (1810 1859), die auf dem allgemeinen deutschen Sängerfest in Dresden 1865 zur Aufführung kam. (Böhme, in Volkstümliche Lieder, 1895)

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