Mein fein Lieb ist hinweg geflogen

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Mein fein Lieb ist hinweg geflog’n
Auf einem grünen Zweige
Wer will mir die winterlange Nacht
Mein Zeit und Weil vertreiben?

Mein feins Lieb hieß mich niedersetzen
An ihre schmale Seiten
Sie sah mich über die Achsel an,
Sie meint mein Geld im Beutel

Dieweil ich Geld im Beutel hätt
Da ward ich Wert gehalten
Da ich kein Heller noch Pfennig mehr hätt.
Hat sich die Lieb zerspalten.

Mein feins Lieb hat mir ein Brief geschickt
Darin so steht geschrieben
Sie Hab ein Andern viel lieber denn mich
Sie Hab sich mein verzigen.

Daß sie sich mein verzigen hat
Darumb traur ich nicht sehre
Laß fahren, was nicht bleiben will!
Der schönen Fräulein sind man mehre.

Und der uns dieses Liedlein sang
Von neuem hat gesungen
Das haben getan zween Schlemmer gut
Ein alter und ein junger.

Text und Musik. Verfasser unbekannt
Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 481c)

Geschichte dieses Liedes:


Liederthema:
Liederzeit: (1560)

Anmerkungen zu "Mein fein Lieb ist hinweg geflogen"

  • 4, 4 verzigen — losgesagt von mir.

Fl. Bl., Nürnberg durch Valentin Newber (1550—70). Frankfurter Stadtbibl. Sammelband 4, Bl. 86. Ebenso Frankfurter (Ambraser) Ldb., Nr. 196. Goedeke. Tittm. 46.

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