Liederlexikon: Schaumlöffel

| 1893

Mitglied des Jungdeutschen Ordens in der Weimarer Republik – Verfasser einiger Texte zu deren Liederbuch des Jungdeutschen Ordens –   Verfasser eines Buches über die „Mechterstädter Morde“, an denen er beteiligt war.

Kurt Tucholsky schreibt über ihn im August 1920 :

„Wenn in Deutschland einer etwas versiebt hat, dann kneift er hinterher, schreibt aber seine Memoiren, womit er seine gänzliche Unschuld an dem Malheur dartut, die Gegner beschimpfen und fünfzehn Prozent des Ladenpreises einstecken kann. So auch der cand. med. dent. Karl Schaumlöffel, dem Studentenverein Wingolf angehörig und derweiliger ›Stabsfeldwebel‹ des Studentenkorps Marburg.“

Der Wingolfit und Chronist des „Thüringen-Feldzuges“, Karl Schaumlöffel, veröffentlichte neben seinem „Kriegstagebuch“ in Marburg antisemitische Hetztiraden und schloss sich nach Abschluss seines Studiums dem „Jungdeutschen Orden“ um Artur Mahraun an, bevor er 1923 zusammen mit Roland Freisler, dem späteren Vorsitzenden des Volksgerichtshofs, in Kassel die Keimzelle der dortigen NSPAP gründete und sich fortan als politischer Funktionär des Nationalsozialismus betätigte. (Quelle)

Im Herbst 1923 findet sich in Kassel eine Kerngruppe der NSDAP zusammen, der unter anderem Dr. Wilhelm Paulmann, Dr. Karl Schaumlöffel, Max Köhler, Fritz Lengemann, Rudolf Likus, Heinrich Messerschmidt und Heinrich Moog, die späteren Gauleiter Dr. Walter Schultz und Karl Weinrich (1887–1973) sowie der spätere Präsident des Volksgerichtshofs Dr. Roland Freisler (1893–1945) angehören. (Quelle)

Karl Schaumlöffel wurde während der NS-Diktatur SS-Obersturmführer.

"Schaumlöffel"