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Liederlexikon: Die Heimathymnen der preußischen Provinzen

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Die Heimathymnen der preußischen Provinzen und ihrer Landschaften Eine literarische Charakteristik Von Gertrud Stendal HEIDELBERG 1919 Carl Winters Universitätsbuehhandlting Verlags-Nr. 1470. LITERATUR UND THEATER Forschungen herausgegeben von EUGEN WOLFF

Im Vorwort heißt es: “In der vorliegenden Arbeit bin ich bemüht gewesen, eine möglichst vollständige Zusammenstellung aller Heimathymnen der preußischen Provinzen und ihrer Landschaften zu geben. Ich habe mich dabei außer dem in Liederbüchern vorliegenden Material auf das beschränken müssen, was mir auf viele Anfragen an Bibliotheken, Schulleitungen, Vereine, Redaktionen von Zeitschriften und Einzelpersonen zuging. Einen großen Teil meines Materials verschaffte mir die Versendung von Fragebogen an die Lehrervereine aller Provinzen, sowie an die Musiklehrer sämtlicher Lehrerseminare und zahlreicher höherer Schulen des Königreichs Preußen: weniger erfolgreich waren meine Anfragen an die germanistischen Seminare der preußischen Universitäten und der Universitäts- und Stadtbibliotheken.

Eine Reihe von Einzelangaben und von Adressen erhielt ich durch die Redaktionen der Itzehoer Nachrichten, der Leipziger Illustrierten sowie der Frankfurter und der Darmstädter Zeitung, ferner durch die der Zeitschriften “Hannoverland” und “Schlesien”. Von Einzelpersonen habe ich in erster Linie Herrn Studienrat Dr. Reisert-Würzburg, dem Herausgeber des Freiburger Allgemeinen Deutschen Kommersbuches viele Angaben über die Rheinlieder und über andere Heimathymnen, soweit sie in das Kommersbuch Aufnahme gefunden haben, zu verdanken.

Auch von dem Herausgeber des Lahrer Kommersbuches, Herrn Prof. Dr. Ed. Heyck-Ermatingen (Schweiz) wurde ich in freundlichster Weise unterstützt. Die Angaben über Enno Hektors Ostfriesenlied verdanke ich zum größten Teil Herrn Waisenhausinspektor Georg Blikslager in Emden, die über Dewiseheits Masurenlied den Herren Dziubiella und Dr. Schmidt, beide in Lötzen. In Bezug auf das Schleswig-Holstein- Lied unterstützten mich Herr Mittelschullehrer Denkerl Kiel, Herr Buchhändler Eckardt-Heidelberg und die Tochter des Verfassers, Frl. Lenore Chemnitz-Taddey in Altona. Zu besonderem Danke verpflichtet bin ich Herrn Ludwig Schröder-Iserlohn, der mir den in seinem Besitze befindlichen ersten Druck des Westfalenliedes sowie weiteres Material über dasselbe zugänglich machte.

Für die Volkstümlichkeit der einzelnen Lieder besaß ich keinen anderen Maßstab als die Häufigkeit der Abdrucke in Volksliederbüchern und die Angaben der befragten Personen. Bei der Anordnung des Materials konnten zwei Wege eingeschlagen werden. Der erste berücksichtigte nur die chronologische Entwicklung, der zweite ordnete die Lieder nach Provinzen und Landschaften. Ich habe mich für den letzteren entschieden, sowohl der Übersichtlichkeit halber als auch deswegen, weil die geschichtliche Entwicklung der Provinzen oft von Einfluß auf die Entstehung der Lieder gewesen ist und aus diesem Grunde nicht ohne weiteres unberücksichtigt bleiben durfte. Dieselben Gründe bestimmten mich, die Lieder der einzelnen Landschaften, so gut es ging, ihren Provinzen einzuordnen und zwar in der Weise, daß ich zunächst die Provinz, darnach die die Landschaften dieser Provinz betreffenden Heimathymnen anführte.

Um das chronologische Prinzip nicht unberücksichtigt zu lassen, gebe ich in der vorliegenden Arbeit zunächst einen Überblick über die allgemeinen Entstehungsbedingungen, sowie über die geschichtliche Entwicklung der Heimathymnen, gebe dann zu den Liedern selbst und ihrer Geschichte im einzelnen über, wobei in  der Anordnung sowohl auf das chronologische Prinzip als auch auf die gemeinsamen Entstehungsbedingungen der Lieder gewisser Provinzen nach Möglichkeit Rücksicht genommen wurde, und lasse dann eine allgemeine literarische Wertung der Lieder als Gattung, sowie zum Schlüsse eine schematische chronologische Übersicht folgen. Der musikalischen und volkskundlichen Seite der Heimathymne konnte, da es sich um eine literarhistorische Arbeit handelt, nicht Rechnung getragen weiden. (Gertrud Stendal)




"Die Heimathymnen der preußischen Provinzen" im Archiv:

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“In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte der Männergesang reiches Material in den Vaterlandsliedern der Befreiungskriege, in den durch Herder wieder lebendig gewordenen Volksliedern, sowie in den volkstümlichen Liedern bedeutender, am Volksliede geschulter Lyriker. […] Unter dem Einflüsse der politischen Verhältnisse wandte er sich in den beiden ersten Jahrzehnten besonders der Pflege des Vaterlandsliedes zu. Lautete doch der achte Paragraph in den

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Dort, wo der alte Rhein mit seinen Wellen so mancher Burg bemooste Trümmer grüsst dort, wo die blauen Trauben saft´ger schwellen und kühler Most des Winzers Müh´ versüsst dort möcht ich sein, bei dir, du Vater Rhein auf deinen Bergen möcht ich sein! Ach könnt’ ich dort in leichter Gondel schaukeln und hörte dann ein schönes Winzerlied, viel schön’re Träume

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