Laßt uns das Kindlein wiegen

Laßt uns das Kindlein wiegen

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Laßt uns das Kindlein wiegen,
das Herz zum Kripplein biegen.
Laßt uns im Geist erfreuen,
das Kindlein benedeien:
„O Jesulein süß, o Jesulein süß.“

Laßt uns dem Kindlein neigen,
ihm Lieb und Dienst erzeigen
Laßt uns doch jubilieren
und freudig triumphieren
„O Jesulein süß, o Jesulein süß.“

Laßt uns dem Kindlein singen,
ihm unser Opfer bringen,
ihm alle Ehr erweisen
mit Loben und mit Preisen:
„O Jesulein süß, o Jesulein süß.“

Laßt uns sein Händlein und Füße
Sein feurigs Herzlein grüßen
Und ihn demütig ehren
Als unsern Gott und Herren!
O Jesulein süß!

Laßt unser Stimmlein schallen
Es wird dem Kindlein gefallen:
Laßt ihm ein Freudlein machen
Das Kindlein wird eins lachen.
O Jesulein süß!

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1940 „Im Dienst des Kindleins“)
Melodie seit 1604 in allen katholischen Gesangbüchern bis zur Neuzeit

Liederthema:
Liederzeit: (1604)


Zweite Melodie zu "Laßt uns das Kindlein wiegen"

Zweite Melodie zu
Neuere Melodie: aus Schlesien (Graffschaft Glatz, 1840 und 1850)

"Laßt uns das Kindlein wiegen" in diesen Liederbüchern

Älteste Quelle ein Einzeldruck, 3 Bogen 8°, mit 7 Liedern und Melodien (Davon das 2.). Titel; „Newe auserleßene Geistliche Lieder, welche nit allein lieblich zu singen: Sonder auch allen guthertzigen Christen gantz tröstlich und nützlich zu lesen und zu betrachten. Von einer Geistlichen Person also in Reimen verfaßt vnd gestellt. Anjetzo aber auff new in Truck gegeben . . . Gedruckt zu München, durch Nicolaum Henricum 1604.“ (s. Weller. Ann. II/71.) Melodie nebst den ursprünglichen 5 Strophen dann im Kölner Gesangbuch 1617: „Alte katholische Geistliche Kirchengesänge“. Auf dem Bl. 21b. Kölner (G. Grevenbruch’s) Gesangbuch 1620. Nr. 28. — Kölner Gesangbuch 1623. S. 123.–  Mainzer Gesangbuch 1628. — Speiersches Gesangbuch 1631 — . Innsbrucker Weihnachtsgesänge 1636 — Mündlich bei Weinhold, Weihnachtsspiele 1853, S. 114: aus dem Munde einer alten Magd in Glatz 1846 aufgezeichnet. Es sind genau die 5 Strophen wie oben. Wieder derselbe Text in Hoffmann’s Schlesische Volkslieder Nr. 279, S. 332 (mit anderer Mel ), Abweichende längere Texte (von 7, 9 oder 12 Str.): Im Heidelberger Gesangbuch 1629 mit 13 Str. (s. Hoffmann, Kirchenlieder 254,) Würzburger Gesangbuch 1628. Bamberger Gesangbuch 1628. Corner Gesangbuch 1658. Münstersches Gesangbuch 1677 und vielen anderen. Die Melodie in doppelt großen Noten, bald in F- bald in G-Dur, bleibt genau dieselbe durch alle Gesang- und Choralbücher vom 17.— 19. Jahrh. (Vergl. Bäumker I, Nr. 144.).  Das Lied wurde auch zweichörig gesungen, so daß I. Chor Str. 1, 3, 5, II. Chor 2 und 4 sang, die Schlußzeile jedesmal zusammen.