Klechlick so wille wy heven an (1526)

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Klechlick so wille wy heven an

Klechlick so wille wy heven an
unde singen tho desser frist
all van den Koninck uth Ungarn
de unschuldig gestorben ys
he was by 25 Jahren
eyn Koninck yn Ungarland
he was van edlem Stammen
Koninck Lodevick was sin Name
eyn Koninck tho Bemerland

Text und Musik: um 1540
zweite Melodie (in Moll) auf den Tod König Ludwigs von Ungarn
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 276b „Die Schlacht bei Mohács)

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema:
Liederzeit: (1526)
Region:

Anmerkungen zu "Klechlick so wille wy heven an"

Das Lied auf den Tod des Königs Ludwig von Ungarn (1526) „Kleglich so will ich heben an“ (Liliencron Nr. 403b) hat sich in niederdeutscher Übersetzung „Klechlich so Wille wy Heven an“ mit seiner eigenen, hier stehenden Mollmelodie gefunden, und zwar in einer 1540 in Island entstandenen Handschrift (jetzt in Kopenhagener Bibl. M. Arnae Magnaci 622, Quart Bl. 77b). Daraus hat Jellinghaus im Jahrb. für niederd. Sprachforschung 7, 11 (1881) den Text mitgeteilt und Dr. J. Bolte die durch Abschrift erhaltene Melodie in derselben Ztschr. 13. Jahrg. Musikbeil. Nr. 23 zum ersten mal veröffentlicht. —

Dr. Bolte glaubt : durch sie sei erwiesen , dass das Lied seine eigene Melodie hatte, was bis jetzt zweifelhaft war. Durch das Auffinden dieser Mollweise ist aber keinesfalls ausgeschlossen, dass man das Ludwigslied anderwärts auch nach der Durweise gesungen habe; denn wo man zu einem neuen Texte den Anfang und das Versmaß eines vorhandenen Liedes benutzte, geschah es um der Melodie willen: so gewiss auch hier, wo man mit dem Anfange der alten Tageweise auch die alte Melodie herübernahm. Man sang vermutlich das Ludwigslied nach zwei verschiedenen Melodien: der entlehnten Durmelodie und der eigenen Mollmelodie.

Das niederd. Lied nebst Melodie in der Kopenhagener Hs. rührt von einer anderen Hand her, als der übrige Inhalt jener Handschrift, ist aber ohne Zweifel, wie der Bibliothekar Dr. B. Smith an Dr. Bolte schreibt, zu derselben Zeit (1540) aufgezeichnet, jedenfalls von einem Deutschen, der sich damals in Island aufhielt,

* Bei 1 und 2 habe ich die Viertelnoten in Achtel verwandelt und 2 nöthigc Pausen ein geschoben, um das Taktmaß herzustellen.

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