Hast du’s nit gefischet

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Hast du’s nit gefischet, so fisch es aber noch
Hat sie der Schimpf gereuet, so tu er’s aber noch
Ist es denn das Unglück Heuer alles mein?
Ade, du schönes Liebelein, du mußt mein eigen sein

Weiß ich mir ein Meideleiu auf dieser Erden
Ist sie mir beschert, so muß sie mir auch werden
Wol über allen Dank …
Geschichts aber Heuer nit, so geschichts überlang.

Da kauft er ihr ein Gärtlein schmal
Der war gesprenkelt überall
Er war gesprenkelt wohl auf den Fuß
Es reut mich, daß ich sterben muß

Sterb ich denn, so bin ich tot
So gräbt man mich in die Röselein rot
In die Rosen und in die Klee
Kein solchs brauns Meidelein bekomm ich nimmermehr

Von der Erden wohl in das Haus
Schau, liebe Frau Mutter, wie bin ich so groß
Da kauft er ihr ein Ringlein von Gold
Ach ja, du schönes Meidelein, wie bin ich dir so hold

Da war bedecket ein Bettlein mit Fleiß
Da beschließt* er das Meidelein mit ganzen Fleiß
Er drucket sie mit lieblicher Art
Hat mir dasselbig Meidelein drei Jahr zu Lieb gewart

Text: aus dem Memorial-Buch von 1581, im v. Stromerschen Archiv zu Nürnberg.
Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 500)

Liederthema:
Liederzeit: (1581)

Anmerkungen zu "Hast du’s nit gefischet"

  • 6,2: * begrüßt statt beschließt ist im Wunderhorn gesetzt

Mitgeteilt im Wunderhorn. II, 209. Genaue Abschrift des Originals in Birlinger’s Ausgabe des Wunderhorn. II, 28; nach letzterem hier. — Böhme schreibt: „Das ist ein Mischmasch von alten Liederbrocken. Der Wandelvers (Str. 4, 1 – 2) kommt vor in:

  • a) in „Drei Lilien, die pflanzt …
  • b) im Kinderlied „Pitterken let sin Patschen (Pferdchen) beschlan“ aus Elberfeld,
  • c) im niederrheinischen Repliede, Nr. 122 oben,
  • d) im Lied .Sterben ist ein schwere Büß“ …—

Zu Str. 5 vergl. „Zum Stolpen“ (s. Uhland Nr. 274, Str. 6).

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