Es ist fürwahr kein Kreatur

Ernstes Liebeslied

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Es ist fürwahr kein Kreatur

Es ist fürwahr kein Kreatur
die nicht zur Lieb erschaffen wär
weil Gott ja die Lieb erschaffen
wer kann es denn anders machen
lieben treu und fort in Ehr’n
es ist kein Mensch der mirs kann wehr’n.

Es liebt das klein Waldvögelein
Warum solls mir verboten sein?
Ich liebe Eine unter allen
Sie hat zwei Äuglein wie Korallen
Sie ist so weiß als wie der Schnee
Schön zärtlich ist ihr Contrefait

Dies ist die einzig auf der Erden
Die soll und muß mein eigen werden
Die ich mir Hab fürgenommen
Sollte ich sie nicht bekommen
Ich möcht auf der Welt nicht sein
Ich legt mich selbst ins Grab hinein

Hört doch nur das Lerchlein an
Es ruft und schreit nach ihr’m Gespan
Es schwingt sich in der Luft Herummer
Im Frühling so wie auch im Sommer
Es trillert, es singt, es pfeift so laut
Es sucht sich ein Gespanlein auf.

Aber nein, es dauert nicht lang
Bald kommt der Tod, reißt eins davon
Du magst trauren oder weinen
anderst kanns unmöglich scheinen
Liebes Lerchlein, schweig mir still
Und denk, dass Gott so haben will

Meine Augen werden naß.
Wann ich nur gedenk an das
Daß mein Liebstes auf der Erden
Soll zu Staub und Aschen werden
Bleib getreu bis an das End
So machtsein richtig Testament

Schönster Engel, denk allzeit
Wie’s geht in der Ewigkeit
Denn nur kurze Zeit auf Erden
Tut nur unser Leben währen
Bereu die Sünden groß und klein
So wirst ein Kind der Seligkeit sein!

Liebster Schatz, ich bitte dich
Denk nur kurze Zeit an mich
Auf meinem Grabstein wirst du lesen
Wer einmal dein Schatz gewesen
Aber jetzt ist Alles aus
Der Tod der löscht die Liebe aus

Text nach einem fliegenden Blatt vor 1800: „Zwei weltliche schöne neue Lieder- (das erste). Anfang: .Es ist ja keine Kreatur…“. Ähnlich Simrock. Volkslieder, S. 248. – Gespan = Genosse, Gatte,
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 520 „Ernstes Liebeslied“ : )

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