Es flog ein kleins Waldvögelein (Tagelied) (1549)

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Es flog ein kleins Waldvögelein (Tagelied)

Es flog ein kleins Waldvögelein
der Lieben fürs Fensterlein
es klopfet also leise
mit seinem Goldschnäbelein
Stand auf, Herzlieb und laß mich ein!
ich bin solang geflogen
wohl durch den Willen dein

Bist du so lang geflogen
Wohl durch den Willen mein
Komm heint um halber Mitternacht
So will ich dich lasten ein
Ich will dich decken also warm
Ich will dich freundlich schließen
An mein schneeweiße Arm

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 415 „Waldvögelein (Tagelied)“)

Text von 5 Strophen nebst Melodie in „68 Lieder“, Nr. 27, Nürnb., Berg und Newber (ca. 1550). Wir geben mit Uhland 83 bloß zwei Strophen, die übrigen malen die sinnliche Sczene nach Art der Wächterlieder weiter aus. —

Liederthema:
Liederzeit: (1549)

Anmerkungen zu "Es flog ein kleins Waldvögelein (Tagelied)"

Die Melodie mit der Anfangszeile bei Gerle, Tabulatur, 1546, zog ich der in 68 Liedern vor, weil letztere rhythmisch ganz verzerrt ist. — Eine selbstgemachte Melodie bei Ivo de Vento, 1569, Nr. 65, gehört nicht Hieher. — Besser ist die niederländische Weise in Souterliederkens, 1540, Ps. 96: (Het vloch een clijn wilt vogelkin tot mijns liefs venster in“ Der niederländische Text im Antwerpner Ldb,, 1544, Nr. 77, ist Übersetzung aus dem Deutschen. Vergl. Kalff. S. 291. —

"Es flog ein kleins Waldvögelein (Tagelied)" in diesen Liederbüchern

Ambraser Liederbuch, 1582, Nr. 201 (Abdruck: Goedeke-Tittmann, S. 82) 7 Strophen mit dem Anfange: „Es fleugt ein kleines Waldvöglein.“ Ebenso im Ldb. Pauls von der Aeltst 1602. Niederd. Text Uhl. 83B. —

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