Bremer Stadtmusikanten

Wie die Tage so golden verfliegen (Sei gegrüsst schönes Sorrent)

Wie die Tage so golden verfliegen
Wie die Nacht sich so selig verträumt
Wo am Felsen mit Wogen und Wiegen
Die gelandete Welle verschäumt
wo sich Blumen und Früchte gesellen
Daß das Herz dir in Staunen entbrennt
O du schimmernde Blüte der Wellen
Sei gegrüßt, du mein schönes Sorrent

Und die Nacht, wenn so süß Luisella
Ihre lachenden Lieder uns singt
Und der Wirbel der Lust, Tarantella
Wie ein Flämmchen im Sturme sie schwingt
An der Bucht sich die Gärten erhellen
Unterm leuchtenden Nachtfirmament
O du schimmernde Blüte der Wellen
Sei gegrüßt, du mein schönes Sorrent

Hier entrinnst du der Sorgen Getriebe
Und es trägt dich auf Händen die Lust
Und sogar das Gedächtnis der Liebe
Hier beschleicht es gelinder die Brust
Und du tauchst in die heilenden Quellen
In des heiligen Meers Element
o du schimmernde Blüte der Wellen
Sei gegrüßt, du mein schönes Sorrent

Auch der tobenden Stürme Getümmel
Hier belebt es nur Blüten zuhauf
Und es lösen die Wetter am Himmel
In ein fruchtbar Geriesel sich auf
Wenn die Früchte, die herbstlichen, schwellen
Ach, wie weit, ach, wie bin ich getrennt
Dann ade, o du Blüte der Wellen
Dann ade, du mein schönes Sorrent

Text: Paul Heyse (1854)
Musik: ursprünglich auf die Melodie von „Sto cresenno no bello cardillo“, bekannte Komposition auch von Ludolf Waldmann

Südlich von Neapel liegt Sorrent, von dort fahren die Fähren hinüber zur Insel Capri. Dieses Lied „Sei gegrüßt, du mein schönes Sorrent“ ist quasi der Vorläufer des Schlagers von den Capri-Fischern „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“

u. a. in: Volksfest 1907 (Jobst Kohlenberger Bier- und Bocklieder) —

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Liederthema: Weitere Volkslieder
Liederzeit: (1854)
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