Ach Lieb wie ist dein Nam so süß (Der Rheintaler) (1599)

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Ach Lieb, wie ist dein Nam so süß!
Wie sanft tust du einschleichen!
Wenn einer meint, du seist gewiss
Tust du gar von ihm weichen
Das macht groß Pein, die dir allein
Nachhenken und vertrauen.
Ich hab gewiss Erfahren dies
Mit einer schön Jungfrauen

(5 Strophen)

Text: Ayrer ?
Musik: Im Thon, Wie man den Reinthaler singt.
Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 301 „Der Rheintaler“)

„In Ayrer’s Dramen, herausgegeben von Adelbert Keller, Stuttg. 1865 (3. Bd., S. 2089). heißt es: „Jetzt hebt die Kammer-Jungfrau das Lied an zu singen.“

Liederthema:
Liederzeit: (1599)

Anmerkungen zu "Ach Lieb wie ist dein Nam so süß (Der Rheintaler)"

Ein Trauerlied auf Gustav Adolph’s Tod (1632). Straßb. Druck 1633:

Ach höret zu, ihr Christenleut
Ein Liedlein will ich singen

(Ditfurth, Lieder des 30jährigen Kriegs, Nr. 104)

Hat ebenfalls die Melodieangabe: «Im Thon, wie man den Reinthaler singt/ v. Ditfurth, der weder Lied noch Melodie vom Reinthaler kannte, fetzt ohne Bedenken die metrisch gleiche Melodie: „Ich schell mein Horn ins Jammerthal‘ aus meinem Altd. Ldb. 443 dazu.

Der Reinthaler hat wahrscheinlich seinen Namen von einem historisch-geistlichem Liede auf einen Hingerichteten Freifechter dieses Namens zu Ende des 16. Jahrhunderts, auf den sich folgendes Lied bezieht, das Weller, Annalen II, 188 Nr. 291 als in Berlin vorhanden anführt:

„Zwei schöne Geistliche Lieder, Das Erste, Auß meines Herßen gründe. Das ander: Christenliche Bekantnuß, so Hans Rheindaller, Kammacher vnd Freyfechtcr gethan hat kurz vor seinem Ende. Im Thon, Wie man den Goldfaden singt“, o. O. u. J.

Anfang des Liedes, das aus dem Ende des 16. Jahrh. stammen muß und von einem der als der Zauberei verdächtigen und verfolgten Freifechter singt, hat Weller leider nicht angegeben und darum ist’s mir nicht gelungen es auf zu finden, da schon Ayrer es kannte, muß es, wie das mit angeführte um 1592 entstandene Morgenlied, Ausgang des 16. Jahrh. entstanden sein. Der Ton vom „Goldfaden“ ist ebenfalls nicht näher gekannt. Versform: achtzeiliger Pavierton, aber mit Binnenreim in S. u. 7. Zeile.

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