Stetit puella (halblateinisches Liebesgedicht)

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Stetit puella
rufa tunica
si quis eam tetigit
tunica crepiut. Eia

Stetit puella
tanquam rosula
facie splenduit
et os ejus floruit. Eia.

Stetit puella
bi einem boume
scripsit amorem
an einem loube.

Dar cham Venus also fram
caritem magnam
hohe minne
bot si ir manne

Übersetzung:

Es stand ein Mägdelein im roten Kleide; berührte sie Jemand, die Tunika rauschte. Eia!
Es stand das Mägdlein gleich einem Röslein, ihr Gesicht erglänzet, ihr Mündlein blühet. Eia!
Es stand das Mägdlein bei einem Baume, schrieb ihre Liebe auf ein Laub (Blättchen)
Da kam Venus gar so sanft, große Anmut, hohe Minne bot sie dem Manne

In Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 374 „Halblateinisches Liebeslied im 13. Jahrhundert.“)

Liederthema:
Liederzeit: (1300)

Anmerkungen zu "Stetit puella (halblateinisches Liebesgedicht)"

Handschrift des Klosters Benediktbeuern. Carmina Burana ed. Schmeller S. 210). Grimm, lat. Gedichte. Einl. S. 50. F. v. der Hagen, Minnesinger III, 446.

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