O quid jubes pusiole

Volkslieder » Gefangenenlieder

O quid jubes pusiole

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O quid jubes pusiole
Quare mandas filiole
Carmen dulce me cantare
Cum sim longe exulvalde
Intra mare
O! cur jubes canare

Magis mihi miferale
fleret libet puerale
Plus plorale quam cantare
carmen tale jubes quare
amor care
O! cur jubes canare

Übersetzung:

O! was verlangst du, liebes Kind?
Warum befiehlst du mir, lieber Knabe
dass ich ein angenehmes Lied singe?
Schon so lange verbannt übers Meer
wie kannst du ermatten
dass ich singe? —

Ich Armer!
Tränen und Klagen schicken sich
besser für mich als Gesang
Teurer Freund!
wie kannst du verlangen
dass ich singe


(10 Strophen)

Text und Musik: Gottschalk, 9. Jahrhundert

Gottschalk, ein geborener Sachse und berühmter Geistlicher, hatte mit dem gelehrten und mächtigen Abt von Fulda, Rhabanus Maurus, sich entzweit und war 848 vermeinter Irrlehren halber zu ewiger Gefangenschaft in einem franz. Kloster verurteilt, wo er im Jahr 868 starb. Ein Gesellschafter in seiner Verbannung bittet ihn um ein angenehmes Lied. Gottschalk dichtete hierauf vorstehende Elegie.

in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 226)

Liederthema:
Liederzeit: (0868)
Schlagwort: |

Anmerkungen zu "O quid jubes pusiole"

Das Original dieses Klageliedes befindet sich in der Nationalbibliothek zu Paris, Ms. 1154. Facsmile der Melodie mitgeteilt bei E. de Coussemaker, Hist. de’l Harmonie, Taf. 3 der Monumente. Vollständiger lat. Text das., S. 93: die zwei ersten auch bei Forkel, Geschichte der Musik, II, 222. Die Entzifferung der Melodie ist von Coussemaker.

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