Nun funkeln die neuen Geschirre im Stall

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Nun funkeln die neuen Geschirre im Stall
wie lang hat´s danach uns gelüstet
dumpf rasselt´s im Hof von Kanonenmetall
ringsum wird gerüstet, gerüstet

Feldgraue Röcke, feldgrau Geschütz
Stahlschilde, Mutters Gebete
Ein guter Mut ist das Beste nütz
und das Herz, und das Herz hat die Tete

Die Faust ist so fest wie bei Vater und Ahn
und harrt nur der Säbel vom Schmiede
die liegen schon blitzend zuhauf auf dem Plan
so stumpf, ach so stumpf war der Friede

Lebt wohl zu Haus! Nicht viel geweint!
Geräumt sind Stuben und Spinde
Manöverkartuschen – markierter Feind –
das lachen  wir heut in die Winde

Kanonen, Haubitzen, Granaten, Schrapnell
da hilft kein Winden, kein Drehen
das klingt so glatt und das jauchzt so hell
wo mag der Feind wohl stehen?

Noch einmal rasseln die Batterien
morgen blitzblank durch die Gassen
in nächster Woche bekommen wir „ihn“
vielleicht schon blutig zu fassen

Die Zeit ist geschmiedet, es pfeift und es gellt
wir wittern Kosaken, Tartaren
und warten gelassen, als Männer von Welt
auf den Ansturm der Barbaren

Es funkeln die neuen Geschirre im Stahl
haarscharf sind die Säbel geschliffen
Heiho! Bald wird aus hartem Metall
das jüngste Kriegslieds gespfiffen

Text: Hans Gerd Haase , Artilleristenlied ( Titel: Mobil gemacht )
in Weltkriegs-Liedersammlung (1926)
Anmerkung: „Männer von Welt“ wittern also Kosaken und erwarten Barbaren….doch mehr ein von Waffen- und Technik begeisterter kleiner Junge, der mit den neuen Sachen „spielen“ darf?

Liederthema: Kriegspropaganda
Liederzeit: (1914)
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