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Birke

Unseren germanischen Vorfahren galt bereits in grauer Urzeit die Birke ganz besonders als der Baum des Segens, Lebens,Wachsens, welcher Fruchtbarkeit und (in späteren Zeiten) auch Schönheit verlieh. Der Grund war wohl das frühzeitige Schwellen und Knospen, das überraschend schnelle Sichbegrünen, auch das geschmeidige, lebendige sich Hin und Herbewegen seiner Äste,Vor allem die leuchtende, lichtvolle Weiße seiner Rinde. Die Anschauung von

Birne

Bei den Griechen war der Birnbaum der Aphrodite, den Römern der Gartengöttin Venus geweiht; daher trug eine Art Birnen den Namen Veneraria oder pira venerea (Columella), die wahrscheinlich unsere sogenannte Liebesbirne” (poire d’ amour) ist. Der Birnbaum kam dann durch die romanischen Bauern, die unter den süddeutschen und westlichen Germanen lebten, in unser Vaterland. Im deutschen Volksaberglauben spielt er nächst dem Apfelbaum

Böckchen schiele nicht (Paarlaufen oder Haschhasch)

Die Kinder stellen sich paarweise (Seite an Seite) hinter einander auf. An der Spitze vor ihnen steht ein Einzelner (der einsame Witwer, Hauptmann, der Häscher, das Böckchen) mit dem Gesicht nach vorn. Er soll nicht seitwärts nach den andern blicken, weshalb alle ihm zurufen “Böckchen, Böckchen, schiele nicht!” Er klatscht in die Hände und ruft dabei “Eins, zwei, drei! Letztes

Böhme

Franz Magnus Böhme wurde am 11. März 1827 in Willerstedt bei Weimar geboren und starb am 18. Oktober 1898 in Dresden, er war Schulmusiklehrer in Dresden, aber vor allem bedeutender Volksliedforscher und -sammler. Von 1878 an lehrte er Musikgeschichte und Kontrapunkt am Hoch´schen Konservatorium in Frankfurt/Main.  Seine wichtigsten Veröffentlichungen zum Volkslied und zur Volksmusik sind: Altdeutsches Liederbuch Deutscher Liederhort Volkstümliche Lieder der Deutschen Deutsches Kinderlied und Kinderspiel

Böhmen

Die böhmische Kultur ist in ihrer Vielfalt geprägt von deutschen, tschechischen und jüdischen Einflüssen. Es war stets eine europäische Region, in der religiöse und ethnische Gegensätze aufeinander trafen und reiche Wechselwirkungen erzeugten. Das etwa 50.000 km² große Böhmen im historisch gewachsenen Dreiländereck zwischen Tschechien, Österreich und Deutschland ist heute Teil der Tschechischen Republik. Im Nordosten grenzt es an Polen, im Osten an die

Böhmische Kinderreime

Böhmische Kinderreime , Kinderreime aus Böhmen in ” Deutsche Volkslieder aus Böhmen “, herausgegeben von Hruschka und Toischer . Prag 1891. (Abth. V. Nr.1 bis 440)

Brassier

Joseph von Brassier de Saint-Simon-Vallade , geboren am 8. August 1798 zu Brixlegg in Tirol und verstorben am 22. Oktober 1872 in Florenz. Stammt aus einer französischen Emigrantenfamilie und war Diplomat. Soll die deutsche Übersetzung des Liedes “Das Schiff streicht durch die Wellen, Fidelin” getextet haben. Eine andere Erklärung nennt den Frankfurter Guido von Meyer. Siehe die Erläuterungen in Böhmes

Braut wo ist dein Kränzchen hin

Braut, wo ist dein Kränzchen hin, das dir stand so niedlich grün? Ach, das Kränzchen geht dir nah, es ist leider nicht mehr da. Kränze stehen zwar sehr schön, doch die stets im Kranze gehn, werden öfters ausgelacht: Drum, o Kränzchen, gute Nacht! Deines Hauptes schönste Zier, dieses Kränzchen raubt man dir. Wo nimmst du´s wol wieder her? Sorge nicht,

Brautwerbungslied (16. Jahrhundert)

Wor is juwe Vader Hoenthei? »Hei is im hof und drift dat vei.« Guden dach, her Hoenthei! Hir bin ick her, und kom to deck, und dat du wollest geven meck dine dochter to der e? Dat müsten deck gar und ganz wol bescheiden, wolle vader Hoenthei, wolle moder Godegei, wolle broder Volenstolt, wolle süster Giseldrut, wolle sie dannoch sülven dei schnucker schnacker wacker köckemölken

Bum Bam beier

Bum Bam beier de Köster mag kie´n Eier Wat mag heu denn? Beer en de Kann Speck en de Pann Oh, wat dat för´n leckern Mann Diese Variante von Bim Bam Beier mündlich aus Oldenburg und Umgebung, ähnlich am Niederrhein bei Erk III 29, zitiert nach Böhme ” Deutsches Kinderlied und Kinderspiel ” von 1895