Liederlexikon: Weihnachtsbaum

| 1600

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Immergrüne “Julzweige” hatten die Germanen bereits vor der Christianisierung in ihren Häusern als Symbol des Frühlings auch im Winter aufgehängt.  Für das 16. Jahrhundert gibt es zahlreiche Belege dafür, dass in den Städten bereits Weihnachtsbäume verkauft wurden, so zB. in Strassburg oder im Elsaß. So heißt es in einer Eintragung des Stadtkämmerers in Séléstat (früher Schlettstadt) im Elsass von 1521, dass den Förstern, die im Wald vor Weihnachten die Tannen hüten, zwei Schillinge zu zahlen seien. Etwa dreissig Jahre später verbietet der Rat von Schlettstadt „bey daruff gesetzter straff“, den städtischen Tannenbestand auf eigene Faust zu lichten.

Zunächst wurden die Bäume ohne Schmuck aufgestellt oder an der Stubendecke aufgehängt. Um 1600 wurden die Bäume in öffentlichen Räumen (einer Herrenstube, dem Rathaus) unter anderem mit Oblaten und Äpfeln geschmückt und bis zum 6. Januar, dem Dreikönigstag, stehen gelassen. Dann durften die Kinder die geschmückten Bäume schütteln und das was herab fiel einstecken oder essen. So entstand der Brauch, den Kindern Geschenke unter den Baum zu legen.

Behängt werden die Bäume mit Äpfeln, Nüssen, Lebkuchen, Zuckerwerk und Flittergold. 1642 schimpft der Münsterprediger in Straßburg Johann C. Dannhauser über die “Abgötterey, so man pflegt mit dem Christkindlein zu treiben“, weil man den Weihnachtsbaum auch in den wohlhabenderen Häusern aufstellte und mit Puppen oder Zuckerwerk schmückte.

Nach dem 30-jährigen Krieg 1818-1648 geht der Brauch eher zurück, in den katholischen Gegenden  werden die Kinder am 6. Dezember, dem Tag des heiligen Nikolaus, beschenkt. Über den Protestantismus, der die Heiligenverehrung ablehnt die Aufklärung wird der Brauch mit dem Weihnachtsbaum in ganz Deutschland populär.

So beschreibt Goethe 1774 im „Werther“ ein Weihnachtsfest mit einem Weihnachtsbaum, der mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln herausgeputzt ist und die Kinder „in paradiesische Entzückung versetzte“.  1789 schreibt Schiller an seinen Braut in Weimar, dass man ihm „hoffentlich einen erleuchteten Baum im Zimmer aufrichten“ werde. 1824 entstand dann das heute in der ganzen Welt bekannte Lied “O Tannenbaum”. Weitere Lieder auf den Weihnachtsbaum entstanden  wenig später wie zB  1841 “Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen”


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"Weihnachtsbaum" im Archiv:

O Tannenbaum

Das heute nahezu auf der ganzen Welt bekannte Weihnachtslied “O Tannenbaum” war mit einem völlig anderen Text ursprünglich ein studentisches Sauflied, was man ihm in manchen Parodien und Interpretationen auch noch anmerkt: Grüß Gott dir Bruder Straubinger” und weiter “Das Bier ist gut geraten”.  Erst als die Sitte, den Tannenbaum als Weihnachtsbaum zu schmücken sich  gegen Ende des 18. Jahrhunderts 

Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen

Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen Wie glänzt er festlich, lieb und mild Als spräch er: “Wollt in mir erkennen Getreuer Hoffnung stilles Bild.” Die Kinder stehn mit hellen Blicken, Das Auge lacht, es lacht das Herz, O fröhlich, seliges Entzücken, Die Alten schauen himmelwärts. Zwei Engel sind hereingetreten, Kein Auge hat sie kommen sehn, Sie gehn zum Weihnachtsbaum und beten

In meinem kleinen Apfel

In meinem kleinen Apfel, Da sieht es lustig aus: Es sind darin fünf Stübchen Grad wie in einem Haus In jedem Stübchen wohnen Zwei Kernchen schwarz und fein, Die liegen drin und träumen Vom lieben Sonnenschein. Sie träumen auch noch weiter Gar einen schönen Traum, Wie sie einst werden hängen Am lieben Weihnachtsbaum In meinem kleinen Apfel Im Bremer Fernsehen,