Liederlexikon: Voggenreiter

| 1970

Aus dem Bereich der diversen Verbindungen zwischen jugendbewegten Bünden und Pfadfinderorganisationen gründete sich Mitte der 1920er Jahre der Ludwig Voggenreiter Verlag mit Sitz in Potsdam. Er veröffentlichte neben allgemeinen bündischen Schriften die „Lieder der Bündischen Jugend“ (1929) Wie der Kallmeyer Verlag verstand sich der Voggenreiter Verlag zunächst nicht so sehr als Musikverlag, sondern auch als literarischer Verlag der Jugendbewegung. Erst als Gustav Schulten als Mitarbeiter gewonnen worden war, wurde die Musikseite des Verlages weiter entwickelt und gewann neben dem Bereich der „bündischen“ Jugendgruppen- Lieder auch im Bereich der Jugendchor-Musik einige Bedeutung. Auch gelang es dem Verlag, den jungen Liedermacher Hans Baumann an sich zu binden, dessen erste Veröffentlichungen alle bei Voggenreiter erschienen. (nach: Helmut König)




"Voggenreiter" im Archiv:

Schulten

Der Komponist Gustav Schulten (1897 – 1944) war für den Voggenreiter Verlag der Herausgeber verschiedener Liedersammlungen, wie z.B.:  Der Kilometerstein (1934),  Schwedische Volkslieder (1935) , Der Leierkasten (Alte Bänkelsängerlieder und Lieder fürs Herz , 1934) Der Ring (1935)


Weit laßt die Fahnen wehen

Weit laßt die Fahnen wehen
Wir woll´n zum Sturme gehen
Frisch, frei nach Landsknechtsart
Laßt den verlor´nen Haufen
Voran zum Sturme laufen
Wir folgen dicht geschart

Die Mauern wir erklettern
Die Türme wir zerschmettern
Und in die Stadt hinein
Wer uns den Lauf will hemmen
Sich uns entgegenstemmen
Der soll des Teufels sein

Es harren unser drinnen

Nichts kann uns rauben

Nichts kann uns rauben
Liebe und Glauben
Zu unserm Land
Es zu erhalten
Und zu Gestalten
Sind wir gesandt

Mögen wir sterben
Unseren Erben
Gilt dann die Pflicht
Es zu erhalten
Und zu gestalten
Deutschland stirbt nicht

Text: Karl Bröger (1923, während der Ruhrbesetzung)
Musik: zuerst Gustav Schulten , dann Heinrich Splitta (1935)
in Die weiße Trommel [...]


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