Liederlexikon: Lied vom verwundeten Knaben im Wald

| 1533

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Das Lied von dem verwundeten Knaben, der sterbend im Wald gefunden wird, ist etwa seit 1533 überliefert: Oft beginnt es mit den Worten: Es wollt ein Mädchen früh aufstehn (bzw. Mägdlein). Es gibt ein völlig anders geartetes Lied, in dem das Mädchen Brombeeren pflücken will, und dann vom Jäger oder seinem Sohn geschwängert wird.

Das Lied von dem verwundeten Knaben steht schon bei  Herder , Volkslieder , 1778 – die beiden ältesten Fassungen von 1533 und 1740 erzählen von einem Mann im Wald, der an seinem Finger (!) leicht verwundet ist, das Mädchen soll nicht erschrecken. In der Fassung von 1740 soll das Mädchen den Mann verbinden, dabei färbt sich ihr Schleier rot. Womöglich Anspielung auf das zerrissene Jungfernhäutchen bzw die Menstruation.  In der ersten Fassung kann das Mädchen den Mann nicht “binden”, da sie “mit einem Kinde geht”. Spätere Fassungen haben den sexuellen Inhalt ganz entfernt, teilweise wurde eine verwundete Dame bzw verwünschte Frau gefunden, die im Wald blutete.



"Lied vom verwundeten Knaben im Wald" im Archiv:

Es wollt ein Mägdlein früh aufstehn (1740 , Sachsen)

Es wollt ein Mägdlein früh aufstehn wollt in den grünen Wald nach Röslein gehn Und da sie nun in den Wald nein kam da fand sie einen verwundten Mann Ich bin in einen Finger verwundt verbind mich feins Liebchen so werd ich gesund Das Mägdlein nahm abe ihr Schleierlein weiß sie verband den Knaben mit ganzem Fleiß Das Schleierlein war

Es wollt ein Mädchen früh aufstehn

Lied von den Brombeeren im Walde und einer ungewollten Schwangerschaft. Das Lied von dem Mädchen, dass eine “Dreiviertelstund vor Tag” allein in den Wald geht, um Brombeeren zu pflücken, dort vom Jäger (mit oder ohne Gewalt?) verführt wird und am Ende mit einer ungewollten Schwangerschaft allein bleibt, ist in zahlreichen Fassungen überliefert. Es wurde noch von Soldaten im Ersten Weltkrieg

Ich wollt einmal recht früh aufstehn (vor 1856, Verwundete Dame)

Ich wollt einmal recht früh aufstehn und in den grünen Wald spazieren gehn Und aIs ich in den Wald ´nein kam ei da fand ich eine schneeweiße Dam Die Dam die war von Blut so rot und eh man sichs versah war sie schon tot Wo nehm ich nun sechs Träger her die mir mein Feinsliebste zu Grabe tragn Sechs

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