Bremer Stadtmusikanten

Heinrich Straß

Karl Friedrich Heinrich Straß

| 1803

Der Schriftsteller Karl Friedrich Heinrich Straß (Pseudonym: Otto von Deppen) wurde in Berlin am 18. Januar 1803 geboren. Er starb in Berlin am 30. Juni 1864, über 61 Jahre alt. Seine gesammelten Gedichte waren 1842 in Leipzig erschienen. Der von ihm herrührende Urtext des Schleswig-Holsteinliedes befindet sich also noch nicht darin. Nach gütigen Ermittelungen des Freiherrn v. Liliencron in Schleswig sandte Straß für das 1844 daselbst geplante Sängerfest drei kleine Lieder, welche (wie es nach der Schleswiger Angabe scheint, sämtlich) von dem Cantor des Johannisklosters, Bellmann, componiert wurden. Zu einem derselben, „Schleswig-Holstein, schöne Lande“, erfand Bellmann die Melodie des nachmaligen Volksliedes.

Der namentlich seit dem Schlusse des letzten Provinziallandtages sehr erregten Stimmung in Schleswig entsprachen aber die harmlosen Worte von St. nicht mehr. Der damalige Rechtsanwalt Matthäus Friedrich Chemnitz in Schleswig dichtete deswegen einen im wesentlichen neuen Text. Vom Urtexte behielt er außer dem Strophenbau nur die erste Zeile des Refrains „Schleswig-Holstein stammverwandt“ und vier Zeilen, zwei davon in veränderter Fassung, bei. Auf dem Titel des ersten, bei Bruhn in Schleswig 1844 erschienenen Druckes ist dies Verhältniß angedeutet durch die Worte „Nach einem Gedichte von Straß“. Auf dem Sängerfeste am 24. Juli 1844 hatte das Lied|in dieser Fassung einen durchschlagenden Erfolg und verbreitete sich namentlich durch den im August 1845 in Würzburg abgehaltenen Sängertag über ganz Deutschland. (in: in: Allgemeine Deutsche Biographie 36 (1893), S. 501-502)

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Heinrich Straß im Archiv:

In die Lüfte möcht ich steigen (Sehnen)

In die Lüfte möcht ich steigen mit der Lerche wohlgemut wiegen mich auf grünen Zweigen wo das Mondlicht silbern ruht Mit dem Fischlein möcht ich tauchen tief hinein in blaue Flut dort im Wogenschoß verhauchen meines Sehnens mächt´ge Glut Mit den Wolken möcht ich eilen mit den Lüften schnell bewegt möcht fern am Strande weilen […]

Willkommen uns o schöner Mai

Willkommen uns o schöner Mai im hellen Blütenglanz wie hebt das Herz sich froh und frei in neuen Lebenstanz Verjüngend labt die heitere Luft das milde Grün der Au es labt der Blumen zarter Duft es labt des Himmels Blau Die Knospe treibt, die Blüte dringt hervor im Sonnenschein und fröhlich in die Lüfte schwingt […]

Lieben ihr Lieben ade ade

Lieben ihr Lieben ade ade seht wie ich trauernd nun von Euch geh Tief in die Seele da preßt sich der Schmerz fast ist gebrochen mein jammerndes Herz Ach was kann mildern das bittere Weh Lieben ihr Lieben ade ade Weit in die Ferne, da ruft´s mich hin euch aber nahe bleibt stets mein Sinn […]

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