Liederlexikon: Josef Schregel

| 1865

Der antisemitische und völkische „Heimatdichter“ Hubert Heinrich Emanuel Josef Schregel wurde am 13. März 1865 in Jülich geboren. Viele Jahre lebte er in Düren. Nach dem verlorenen ersten Weltkrieg schrieb er 1921:

„Schmeißt allen morschen Plunder heraus
Deutschland darf nimmer sterben
Nun Brüder, vergesst, was verschlungen die Flut
Was Hilft alles Klagen und Wimmern
Wir wollen aus dem zerstampften Gut
Ein neues Vaterland uns zimmern

Und wenn noch so viele Menschen im Ersten Weltkrieg „vor die Hunde“ gingen, noch so viele Mütter um ihre Kinder und Frauen um ihre Männer weinten, die „Völkischen“ sannen  auf Rache und planten schon den nächsten Massenmord.

Der Judenhass in Deutschland hatte tiefe Wurzeln, lange vor 1933 vergifteten die „Völkischen“ das gesellschaftliche Klima. Ein besonderes Kapitel war dabei der Antisemitismus in den Seebädern. Hier reihte sich auch Schregel ein, zwei Jahre vor der „Machtergreifung“:

Das Meer erglänzet – frei nach Heine
Im schönsten Abendsonnenscheine
Im Wasser seh ich krumm die Beine
Nur Silber-, Gold- und Löwensteine
Und weiter schau ich, welche Schande
Den Isaak aus dem Schacherstande
Sich pudelnd mit dem Aaronsohn
Als Bubenjudengeldbaron

Ha! denk ich: wenn das Meer verschlänge
Auf einmal diese koschere Menge?
Und sieh, es braust mit Sturmesschnelle
Zum Ufer eine Wüt’ge Welle:
Sie schmeißt hinaus im Wirbeltone
Ein Dutzend Mayer, Levy, Kohne
Und gleich darauf – was leicht erklärlich
Bricht sich die Welle unaufhörlich
(Quelle)

Die von Schregel beschworene „wüt’ge Welle“ verschlang am Ende mehr als 6.000.000 Menschenleben. Er selbst starb am 24. Dezember 1946 in Neumagen-Dhron an der Mosel.