Liederlexikon: Feige

| 1908

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Noch heutigen Tages verlangt übrigens die römische Kurie von ihren Gläubigen zu bekennen, daß der Apfelbiß wie die Feigenblätter historische Tatsachen seien.

Die Feige als Symbol des Penis war auch bei den Hellenen und ist heutigen Tages noch bei den Japanern bekannt. Der Stil ist alsdann zu einer glans penis umgebildet. Solche Feigen aus Kandiszucker wurden von den Hausierern bei der Herbstfeier eines Shintoaltars in Kyoto verkauft (cf. Krauss, Das Geschlechtsleben der Japaner S. .35).
In der sexuellen Volksmedizin wird die Feige als Aphrodisiacum verwendet. Schon Bock berichtet: gedörrte Feigen stärken die Natur. Dagegen soll der Saft der Feigen unfruchtbar machen, wenigstens nach dem Aberglauben in Algier.

Das vulgäre Wort „ficken” von Feige abzuleiten, wie einige Sprachforscher behaupten, geht nicht an. Es wird wohl mit fegen = hin und herfahren und reiben in Verbindung zu bringen sein. Dies ist um so wahrscheinlicher, als „fegen” selbst in diesem obscönen Sinne gebraucht wird. — Das Wort „ficken” wird in den letzten vier Jahrhunderten sicher in dem Sinne = coire gebraucht; es wird aber wohl schon weit früher in dieser Bedeutung gebraucht worden sein, da es jetzt so allgemein ist. Im ahd. und mhd. tritt es uns bei Kaisersberg entgegen. Das Wort hat neben dem obscönen Sinn auch den harmlosen des Reibens; es wird auch zu figgen, feggen = hin und herrutschen. — Figgeln, fickeln ist ein gemildertes Ficken (in beiden Bedeutungen). Figgeln wird auch vom Hahn gebraucht, der seine Henne tritt. —

in Volkserotik und Pflanzenwelt (1908)


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