Brombeere

Dr. Aigremont irrt, wenn er in Volkserotik und Pflanzenwelt (1908) schreibt: “Der Brombeerstrauch hat im deutschen Volksglauben keine erotischen Beziehungen.”  Denn weit verbreitet ist das Lied vom Mädchen, das in die Brombeeren geht und schwanger wird.

Aigremont führt weiter aus:  “Der Brombeerstrauch dient vielmehr — wegen seines struppigen Aussehens — den Hexen als Nachtlager, auch kann man sie durch einen Kranz von Brombeerwurzeln erkennen. Nur die dunklen Früchte reizten zu sexuellen Vergleichen, so nennt man sie in Bayern „Hirschbollen” oder „Hirschbellen”. Die Bellen, Bälle, Bällchen sind die Hoden (ags: beal). — In Schlesien heißen die Früchte Arschbeeren, wohl wegen ihrer bräunlichen Farbe.”

 

(1908)
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