Liederlexikon: Brombeere

| 1908

Dr. Aigremont irrt, wenn er in Volkserotik und Pflanzenwelt (1908) schreibt: „Der Brombeerstrauch hat im deutschen Volksglauben keine erotischen Beziehungen.“  Denn weit verbreitet ist das Lied vom Mädchen, das in die Brombeeren geht und schwanger wird.

Aigremont führt weiter aus:  „Der Brombeerstrauch dient vielmehr — wegen seines struppigen Aussehens — den Hexen als Nachtlager, auch kann man sie durch einen Kranz von Brombeerwurzeln erkennen. Nur die dunklen Früchte reizten zu sexuellen Vergleichen, so nennt man sie in Bayern „Hirschbollen“ oder „Hirschbellen“. Die Bellen, Bälle, Bällchen sind die Hoden (ags: beal). — In Schlesien heißen die Früchte Arschbeeren, wohl wegen ihrer bräunlichen Farbe.“

 



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Brombeere im Archiv:

Lied vom verwundeten Knaben im Wald

Das Lied von dem verwundeten Knaben, der sterbend im Wald gefunden wird, ist etwa seit 1533 überliefert: Oft beginnt es mit den Worten: Es wollt ein Mädchen früh aufstehn (bzw. Mägdlein). Es gibt ein völlig anders geartetes Lied, in dem das Mädchen Brombeeren pflücken will, und dann vom Jäger oder seinem Sohn geschwängert wird. Das Lied von dem verwundeten Knaben

Es wollt ein Mädchen früh aufstehn

Lied von den Brombeeren im Walde und einer ungewollten Schwangerschaft. Das Lied von dem Mädchen, dass eine „Dreiviertelstund vor Tag“ allein in den Wald geht, um Brombeeren zu pflücken, dort vom Jäger (mit oder ohne Gewalt?) verführt wird und am Ende mit einer ungewollten Schwangerschaft allein bleibt, ist in zahlreichen Fassungen überliefert. Es wurde noch von Soldaten im Ersten Weltkrieg

Es wollt ein Mägdlein früh aufstehn (unklar)

Es wollt ein Mägdlein früh aufstehn Drei Stündelein vor dem Tag Wollt in den grünen Wald ´naus gehn Brombeerlein brechen ab. Und als sie in den Wald nein kam Begegnet ihr Jägers Knecht Ey Mädchen scher dich weg nach Haus Dem Herren ist das nicht recht Und als das Mädchen rückwärts kam Begegnet ihr Jägers Sohn: »Ey Mädchen brech dir

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