Liederlexikon: Blaubart

| 1697

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Blaubart ist ein Märchen von Charles Perrault (französisches Original: La barbe bleue) und steht in dessen “Geschichten oder Märchen aus vergangener Zeit…” von 1697. Perrault griff dabei diverse Motive aus volkstümlichen Erzählungen, Legenden und Balladen auf. Der Stoff um den frauenmordenden Blaubart fand seitdem vielfach Verwendung. Die Geschichte gelangte in einer von Perrault abweichenden Version auch in die Erstauflage von Grimms Kinder- und Hausmärchen (Blaubart, 1812). In den späteren Auflagen ist sie nicht mehr enthalten. Als historisches Vorbild für Blaubart gilt Gilles de Rais (1404-1440), Marschall von Frankreich und Mitkämpfer von Jeanne d’Arc, der ein berüchtigter Sadist und Knabenmörder war. (Wikipedia)

Eine Zusammenfassung der Sage steht in “Deutscher Liederhort I, S. 145f”: Das Märchen von “Blaubart” erzählt von einem Ritter Blaubart (Roul; Barbe bleu), der nacheinander 6 Frauen tötet, weil sie gegen sein strenges Verbot aus Neugierde sein Mordkabinett betraten und vor Schreck über das, was sie sahen, den goldnen Schlüssel fallen lassen, an dem die Blutspuren sich nicht tilgen ließen. Die siebente wird von ihrem Bruder gewarnt und Blaubart erschlagen. Auch den historischen Blaubart will man gefunden haben. Dieser soll ein bretonischer Edelmann Gilles de Laval, genannt Marschall Retz, gewesen sein, der zur Zeit Carls VII. lebte und wütete und im Besitz mehrerer Herrschaften in der Bretagne war. Geboren 1404 in Machecoul, zeichnete sich im Krieg gegen die Engländer, namentlich bei der Belagerung von Orleans aus. Er wurde unerhörter Mordtaten und anderer Verbrechen halber am 23. Dezember 1440 in der Nähe von Nantes gehangen und dann sein Körper auf einer Wiese verbrannt. Er lebt im Volksmunde unter dem Namen Blaubart (Barbe-bleau) fort und die Ruinen des blutbefleckten
Schlosses Chantocé, nördlich wenige!Stunden von Nantes an einem kleinen See gelegen, erinnern
noch heute un den geschichtlichen Raoul.

Zwischen den Ruinen wachsen 7 Trauerbäume zur Erinnerung an die 7 Weiber, die der Ritter für ihre Neugier hart bestrafte. Einst im Besitz eines großen Vermögens, vergeudete er dasselbe durch grenzenlose Verschwendung. So hielt er unter andern eine zahlreiche Kapelle von Chorsängern, die ihm auf seinen Reien alle zu Pferde mitfolgen mußten. Später nahm Gilles einen italienischen Arzt, Nebali, in feine Dienste, der vorgab, mit dem Teufel im Bunde zu stehen und die verlorenen Schätze auf übernatürliche Weise ihm zurückbringen zu können. Von da ab beginnen die schauderhaftesten Verbrechen. Die schönsten Mädchen seiner Besitzungen wurden gewaltsam und heimlich nach seinem Schlosse gebracht und abgeschlachtet. In ihrem Blute badete sich der Unmensch, weil er glaubte, dadurch seine Kräfte wieder zu erlangen und sein Leben zu erhalten.

Nachdem hunderte solcher Opfer gefallen, schritt die Behörde gegen den Wüterich ein und verurteilte ihn 1440 zum Feuertode. Die Sage vom Blaubart ist in vielen französischen und deutschen Schauspielen und Opern verwendet. — Blaubartrnärchen zu finden bei: Perrault, la barbebIeu. Neue Ausgabe durch Jacob, Paris 1835. — Grimm, Hausmärchen I, Nr. 40 und 46.

Vergleichbar in den Märchen der Brüder Grimm: Fitchers Vogel, Das Mordschloß, auch Der Räuberbräutigam. Das Motiv der verbotenen Tür findet sich auch in Marienkind und Dornröschen. Siehe auch: Dornröschen war ein schönes Kind.



"Blaubart" im Archiv:

Blaubart (1790)

Es war einmal ein Mann, der hatte die schönsten Häuser in der Stadt und auf dem Lande, Gold und Silberzeug in Menge, kostbare Möbel und vergoldete Karossen; aber unglücklicherweise hatte dieser Mann einen blauen Bart, der ihn so abscheulich häßlich machte, daß, wo er sich nur sehn ließ, Frauen und Mädchen ihm aus dem Wege liefen. Eine vornehme Dame in

Blaubart (1812)

In einem Walde lebte ein Mann, der hatte drei Söhne und eine schöne Tochter. Einmal kam ein goldener Wagen mit sechs Pferden und einer Menge Bedienten angefahren, hielt vor dem Haus still, und ein König stieg aus und bat den Mann, er möchte ihm seine Tochter zur Gemahlin geben. Der Mann war froh, daß seiner Tochter ein solches Glück widerfuhr,

Ulrich ging aus singen heraus (Blaubart)

Ulrich ging aus Singen heraus und sang dem König sein Tochter heraus und sang dem König sein Tochter heraus Sie ging von Kammer zu Kammer sucht ihr Gold und Kleinod zusammen Sie ging wohl bis an den Wald da kam eine Turteltaub gesandt Kehr um, kehr um, gut Königskind der Ulrich, der betrüget dich Sie gingen wohl durch die weite

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