Hyr boven in den hemel dar wont myn soite leef (1550)

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Hyr boven in den hemel
dar wont myn soite leef
och mochte ick by em komen
dar vor en koere ick nicht

Wultu by my komen
in mynes vaders ryke
so leer oetmodich wesen
so werstu my gelick

Solde ick oitmodicheit leren
so moste ick tor schole gaen
woldestu myn mester wesen
So wolde ick leren wal

Dyn mester wyl ick wesen
nu und to aller stundt
woldestu myn lere untfangen
in dynes herten grunt

Wes sympel in den worden
in wercken des gelick
oitmodich in den zeden
so werstu my gelick

Van allen erdeschen sorgen
so mostu ledich staen
in my so salstu verblyden
wultu de kronen untfaen

O speygel van allen dogeden
gelovet motestu syn
in dy wyl ick verblyden
und gerne gehorsam syn

Ick drage dat liden verborgen
in mynes herten grunt
van den avende to den morgen
werde ick dar van gewunt

Eth komet so mannich suchten
in mynes herten grunt
mochte ick der suke genesen
ick dedet in korter stund

Und is et aldus gelegen
und mach es nicht anders syn
men wyls my nicht verdregen
des blyfft de sorge in my

Dem wyl ick et clagen
de alle herten kent
he salt my helpen dragen
he is my so truwen vrent

Och troister van hir boven
de allen troist verlent
den wylle wy altydt loven
wan he uns liden to sent

He heft de persse getredeno
all umme den willen myn
des wil ick em vergelden
so vele als is in my

1 Zwei verschiedene Lieder sind hier wohl in eins zusammengeschrieben Str 1 bis 7 scheinen das eine auszumachen und mit Str 8 ein anderes zu beginnen welches sich holländisch in doppelter Form bei Hoffm Hor Belg X No 71 und 72 findet
2 de persse (Presse) treden ist bildliche Redeweise nach Isai 63 2 und 3 für schwere Leiden ertragen

in: Niederdeutsche geistliche Lieder und Sprüche aus dem Münsterlande – nach Handschriften aus dem 15. und 16. Jahrhundert – herausgegeben von Bernhard Hölscher (1854)

Geschichte dieses Liedes:
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Liederzeit: (1550)
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