Hab oft die ganze Nacht
vor ihrer Hütten gewacht
Hab oft hinein geschaut
Und übern Rain,
Hab‘ obn die Stern gezählt
Hat auch nit eins gefehlt
Als deine Äugelein
Liebchen ganz allein.
Holia ho, hola ho …

Sonn hat sich fürgemacht
Hat auf die Blümlein g’lacht
Bis auf dem Gras sie sich
Herausgestreckt
Hab nie mich umgewendt
Hab an mei Dirn’l g’denkt
Hat just zum Fenster ‚raus
Ihr Köpferl g’streckt.
Holia ho, hola ho …

Da hat sie mir gewinkt
Hat mit den Äuglein g’blinkt
I Habs gleich wohl verstanden
Wie sie’s meint
Eil g’schwind ins Stüberl hin
In ihre Arme drinn
Habs g’herzt und g’küßt und g’drückt
Und schier fast g’weint
Holia ho, hola ho …

Bayerisches Volkslied, neuern Ursprungs (um 1860 bekannt).
Deutscher Liederhort II  (1893, Nr. 664 „Liebesglück“)

Anmerkungen zu "Hab oft die ganze Nacht"

Fast in allen Taschenliederbüchern. Neu komponiert von Escher, —
Fragment bei Köhler, Volksbrauch im Voigtlande S. 328.

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