Es lief ein Hund in die Küche


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Es lief ein Hund in die Küche
in den Speisesaal, in´s Laboratorium, in´s Refektorium
und stahl dem Koch eine Knackwurst, eine Röstwurst
eine Schlacke, ein Saußischen
ein Beafsteak, einen Bratwurstkloß

Da nahm der Koch sein Messer
seinen Bratspieß, seinen Sabul, sein Bajonett, sein Rasiermesser, sein Gelenkibeil
und schnitt dem Hund seinen Schwof ab
Schnippedilderich ab, Zachäus ab, Zebedäus ab, Visitenpinkel an, caudam communem ab

Da kamen alle Hunde,
Caros, Neros, Pinschers,Teckels, Feldmanns, Asboli, Bulldogs, Schoßhunds, Möpse
und setzten ihm einen Leechensteen
ein Mausoleum,  ein Epitaphium, ein Kenotaphium, einen Obelisk, eine Pyramide, einen Tempel, ein Gedenkimal, einen Sarkophag

Da draußen stand geschrieben
gemeißelt, ciselieret, lithographiret, daguerrotypiret, photographiret, stenographiret, gelichtbildert, gezeichnet, getuschet, in Öl gemalet
Hei lebet noch, hei lebet noch und wackelt mit dem Schwoof

in Feuerwerker-Liederbuch (1883) Nr. 87
offensichtlich eine Variante des bekannten Liedes Ein Hund kam in die Küche


Liederthema: Scherzlieder
Liederzeit: (1883)
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Anmerkungen zu "Es lief ein Hund in die Küche"

1942 in “Der Pott” ist das Lied immer noch populär, wenn auch etwas anders unter dem Titel “Die Hundelitanei ohne Ende”:

Ein Hund schlich in die Küche
den Keller, das Zimmer, die Speisekammer

Und stahl dem Koch ne Mettwurst
ne Blutwurst, ne Knackwurst, ne Zervelatwurst

Da nahm der Koch den Löffel
das Messer, den Degen, den schweren Säbel

Und schlug dem Hund den Schwanz ab
den Stips ab, den Sterz ab, den schönen Schweif ab

Da ist der Hund gestorben
verrecket, verendet, gemarturieret

Da kamen alle Hunders
der Bluthund, der Dackel, der kleine Rollmops

Die setzen ihm ein Steinchen
ein Denkmal, ein Grabstein, ein Mausoleum

Darauf haben sie geschrieben
geritzet, gekratzet, geinskribieret

Ein Hund schlich in die Küche …..