Auf der Eisenbahn bin ich gefahren

Schwerer Abschied beim Urlaub

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Auf der Eisenbahn bin ich gefahren

Auf der Eisenbahn bin ich gefahren
am vierzehnten Mai
schöne Mädchen hab ich geliebet
des Nachts um zwei, drei.
(auch: zu Ehr und zu Treu)

Schönes Mädchen kam gegangen.
Wollt ein wenig mit mir gehn
Aber ach, sie könnt vor Weinen
Den Weg nicht mehr sehn

Kehre um, du getreues Mädchen!
Denn der Weg ist dir viel zu weit
Und der Tag fängt schon an zu grauen.
Und was sagen die Leut?

Wenn du Lust hast an mich zuschreiben
So versiegle nur den Brief ganz fein.
So bekommst du von meinem Kränzchen
Ein so schönes Sträußelein.“

Sollt ich sterben auf der Reise
So erfährst du meinen Totenschein
Dann zerbrichst du das schwarze Siegel
Und betrauerst mich so ganz allein

Da droben auf hohem Berge
Da begräbt man mich so hübsch und fein
Ei so pflanze, du getreues Mädchen
Auf mein Grab ein Vergißnichtmein

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort III (1893, Nr. 1431 „Schwerer Abschied beim Urlaub“)

In verschiedenen Fassungen überliefertes Lied eines Soldaten, der in den Krieg ziehen muss: „Denn meine Reise, die führt zum Kriege / und mein Name heißt Soldat“ – Nach dem älteren „Auf Urlaub bin ich gegangen„. Seit 1870 viel gesungenes Soldatenlied
Lahn- und Taunusgegend, Rheinlande, Westerwald, Wetterau

CDs und Bücher mit Auf der Eisenbahn bin ich gefahren:

Anmerkungen zu "Auf der Eisenbahn bin ich gefahren"

Varianten um den Ersten Weltkrieg 1914-1918: in Deutsches Lautenlied (1914) — Liederbuch des jungdeutschen Ordens (ca. 1921)

  • 1:1 Auf die Wildbahn bin ich gegangen / des Nachts um zwei, drei Uhr / Ein schönes Mädchen hab ich gefangen
    des Nachts um zwei drei
  • 2.1 : Ich wollte einmal abreisen und sie wollt so gern mit mir gehn ja vor Weinen …
  • 4.1.: Wenn du Lust hast, einmal zu schreiben / so versiegle du den Brief mit rotem Lack / denn meine Reise, die führt zum Kriege / und mein Name heißt Soldat
  • Schluß:  Soll ich sterben auf der Reise / so begräbt man mich gar hübsch und fein / Pflanzt auf meinem Grab eine Blume / die heißt Vergißnichtmein

in Wie´s klingt und singt (1936)