Schwarzer Mann und schwarzer Mann mit Kette

Auf einem quadratisch abgesteckten, 10 bis 20 Schritt langen Platze gelten die beiden deutlich zu bezeichnenden Querlinien als Male. Ein Spieler wird auf beliebige Art — Abzählen, Los usw. — zum schwarzen Mann bestimmt und macht sich durch ein um den Arm gebundenes Taschentuch kenntlich. Er stellt sich in das eine, alle anderen beliebig zahlreichen Spieler (doch nicht gut über etwa 50) in das andere Mal.

Mit dem Rufe: Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann? verläßt dieser sein Mal. Die Mitspieler rufen: Niemand! und suchen an dem entgegenkommenden schwarzen Manne vorbei das jenseitige Mal zu gewinnen. Der schwarze Mann bemüht sich während eines Vorlaufes — umkehren ist nicht gestattet — einen oder mehrere mit einem leichten Schlage zu treffen.

Falls ihm dies nach dreimaligem Durchlaufen nicht gelungen ist, tritt ein anderer an seine Stelle. Andernfalls aber wird jeder Getroffene sein Gehilfe und hat sich ebenfalls sein Zeichen anzulegen. Er hilft nunmehr schlagen oder aber er darf nur — je nach Bestimmung — die Läufer festhalten, bis diese durch den schwarzen Mann abgeschlagen sind.

Das Laufen hinüber oder herüber geschieht so lange, bis alle Läufer schwarze Männer sind. Ist nur noch ein Läufer übrig und gelingt diesem ungeschlagen ein dreimaliger Durchlauf, so hat er sich freigespielt und darf den nächsten schwarzen Mann bestimmen, wobei er sich auch selbst wählen darf. Wird er vorher geschlagen, dann muß er die Rolle des schwarzen Mannes beim nächsten Spiel übernehmen. Man kann auch ausmachen, daß alle nach erfolgter Frage und Antwort einen Purzelbaum schlagen müssen, ehe sie den Lauf beginnen. Wer über die Seitengrenzen läuft, ist auch Gehilfe des schwarzen Mannes.

Schwarzer Mann mit Kette

Eine etwas schwerere Art, Der schwarze Mann bildet mit seinen Gefangenen eine Kette. Nur die beiden Endmänner haben das Recht zu schlagen. Ein Durchreißen der Kette ist nicht erlaubt – zerreißt die Kette durch eigene Schuld, so ist jeder Schlag ungültig.

siehe auch Wer hat Angst vorm schwarzen Mann
in Deutsches Kinderlied und Kinderspiel (1897)

Deutlich kürzer wird das Spiel in Frankfurter Kinderleben (1929, Nr. 3446) erklärt:

Die Kinder stellen sich an dem einen Ende des Spielplatzes auf. Ein vor ihnen stehendes Kind ist der schwarze Mann, der ruft: „Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann?“ Die andern antworten: „Ich nicht !“ und laufen über den Spielplatz an das andere Ende. Der schwarze Mann muß einen zu fangen suchen, der ihm bei einem neuen Laufe mit fangen helfen muss. Wer zuletzt gefangen ist, wird beim neuen Spiele der schwarze Mann.
Die Kinder kennen beim „Schwarze Mann spielen« auch einen Reim:

Wenn nur nicht der Räuber käm

„Heute Nacht, da war’s so schön
wenn nur nicht der Räuber käm
’s schlug eine, er  kam noch nicht
’s schlug zweie, er kam noch nicht „


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Mehr über:

Das Jugendspiel „Der Schwarze Knab“ (Fischart) ist ein Überbleibsel der Pest- und Totentänze des Mittelalters. „Der Schwarze“, der sich in den versammelten Reigen mischt und einen nach dem andern wegführt, ist der seine Schar stets vergrößernde Tod: „Was wölln wir für ein Tänzle haben / den … schwarzen Knaben?…“ Der schwarze Mann (Schweiz) Die Kinder ahmen nicht nur die heiteren Frühlingsreigen der Erwachsenen, sondern auch den düsteren Totentanz nach durch folgendes Fangspiel. Die Spielenden stellen sich der Größe nach in eine Reihe und zählen sich ab: wen die Zahl... weiter lesen

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